Chi­ca­go Co­lum­bia Club fei­er­te 125-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um

Am . Mai fei­er­te der hi­ca­go olum­bia lub sein äh­ri­ges ubi­lä­um. m fest­lich ge­schmüc ten Ball­saal des ele­gan­ten Wo­man s Ath­le­tic lubs wur­den die Teil­neh­mer der Fei­er mit os­tü­men Mu­si und Tanz auf ine ei­se durch die Zeit mit­ge­nom­men.

Amerika Woche - - Front Page - Sa­bi­ne Hin­richs

Ei­ne Rei­se, die in das Jahr 1893 zu­rück­führ­te, das Jahr der World’s Co­lum­bi­an Ex­po­si­ti­on und dem Grün­dungs­jahr des Co­lum­bia Da­men Clubs, der spä­ter in den Chi­ca­go Co­lum­bia Club um­be­nannt wur­de. Im Jahr 1893 tra­fen sich gut­si­tu­ier­te und ge­bil­de­te Da­men aus der Chi­ca­go­er Bür­ger­schicht. Ih­nen ge­mein­sam war die deut­sche Her­kunft bei gleich­zei­ti­ger Ein­bin­dung in die ame­ri­ka­ni­sche Kul­tur.

Man kam da­mals zu­sam­men, um zu ent­schei­den, wel­che Per­sön­lich­kei­ten aus Deutsch­land zu ei­nem im Rah­men der Welt­aus­stel­lung ge­plan­ten Bil­dungs­kon­gress ein­ge­la­den wer­den soll­ten. Dies war die Ge­burts­stun­de das Chi­ca­go Co­lum­bia Clubs. Den Da­men der ers­ten St­un­de war es wich­tig, ei­nen Rah­men zu schaf­fen, der dem in­tel­lek­tu­el­len Aus­tausch und der För­de­rung der Deut­schen Spra­che und Kul­tur dien­te.

Der noch jun­ge Klub mit an­fäng­lich 40 Mit­glie­dern traf sich zu mo­nat­li­chen Ver­an­stal­tun­gen mit mu­si­ka­li­schen Dar­bie­tun­gen, in­tel­lek­tu­el­len Dis­kus­sio­nen, li­te­ra­ri­scher Un­ter­hal­tung und zu ei­nem jähr­li­chen „Eng­lish Af­ter­noon“mit ge­la­de­nen Gäs­ten. Bis 1910 fan­den die­se Ver­an­stal­tun­gen über­wie­gend im Ger­ma­nia Club Haus, da­nach bis 1924 in Mar­tin’s Hall, 2752 Hamp­den Court, ab 1934 im Ed­ge­wa­ter Beach Ho­tel und spä­ter auch im Wal­nut Room in Marshall Fiel­ds statt. 1973 wur­de der Wo­man’s Ath­le­tic Club zu ei­nem stän­di­gen Zu­hau­se.

Wäh­rend der Kriegs­jah­re kon­zen­trier­te sich der Klub zu­neh­mend auf wohl­tä­ti­ge Zwe­cke so­wohl in Chi­ca­go wie auch in Deutsch­land und Ös­ter­reich, wo Mit­tel für ver­wais­te Kin­der und Wit­wen be­reit­stellt wur­den. Im Jahr 1917 trat der Klub der Fe­de­ra­ti­on of Wo­man’s Clubs bei und wur­de oft­mals Gast­ge­ber für de­ren Ver­an­stal­tun­gen. In den 20er und frü­hen 30er Jah­ren ar­bei­te­te er eng mit ei­ner Ar­men­kü­che in Karlsruhe und dem Deut­schen Ro­ten Kreuz in Ber­lin zu­sam­men.

Gleich­zei­tig un­ter­stütz­te der Klub deut­sches Thea­ter in Chi­ca­go und den Chi­ca­go Scho­lar­ship Fund, des­sen Mit­tel da­zu ver­wen­det wur­den, dem durch den Krieg aus­ge­lös­ten Ruf nach Ab­schaf­fung des Fa­ches Deutsch an den High Schools und Col­le­ges ent­ge­gen­zu­wir­ken. Die Tra­di­ti­on der För­de­rung der deut­schen Kul­tur an Hoch­schu­len wird bis zum heu­ti­gen Tag in Form von Sti­pen­di­en für aus­ge­zeich­ne­te Stu­den­ten des De­part­ments of Ger­ma­nic Stu­dies an der Uni­ver­si­ty of Il­li­nois in Chi­ca­go fort­ge­setzt.

Die Ge­schich­te des Klubs wur­de in der Ju­bi­lä­ums­fei­er auf ei­ner Prä­si­den­tin Chris­tel Schmidt und Ge­ne­ral­kon­sul Her­bert uel­le „Rei­se durch die Zeit“wie­der zum Le­ben er­weckt. Ver­se, ver­fasst und vor­ge­tra­gen von Vor­stands­mit­glied Ve­ro­ni­ka St­ein­gra­ber, wur­den be­glei­tet durch den Auf­tritt ehe­ma­li­ger Prä­si­den­tin­nen, ver­kör­pert durch Mit­glie­der des jet­zi­gen Vor­stan­des in Ko­s­tü­men der je­wei­li­gen Epo­che. The Bab­bitt Trio mit Frank und Cor­ne­lia Bab­bitt so­wie der Pia­nis­tin Rei­ko Ya­ma­da spiel­ten Me­lo­di­en aus der Zau­ber­flö­te von Wolfgang Ama­de­us Mo­zart und aus dem Frei­schütz von Carl Ma­ria von We­ber. Als Er­in­ne­rung an die Grün­der­jah­re des Klubs wur­de Pol­ka und Wal­zer von Jo­hann Strauss II und Jo­sef Strauss ge­spielt und tän­ze­risch be­glei­tet.

Der Bas­sist Beau Samp­le und sei­ne Band The Fat Ba­bies lie­ßen mit Jazz und Swing der 20er und 30er Jah­re die Stim­mung der Gol­de­nen Zwan­zi­ger wie­der auf­le­ben, Chel­sea Dvorchak tanz­te mit ih­ren Part­nern da­zu Charles­ton und Lin­dy Hop. Die jün­ge­re Zeit prä­sen­tie­re wie­der The Bab­bitt Trio mit Me­lo­di­en von Rein­hard Mey und Udo Jür­gens.

Na­tür­lich wur­de auch für das leib­li­che Wohl der Gäs­te ge­sorgt. Auf ei­nen Sekt­emp­fang mit Hors d’oeu­vres folg­te ein drei­gän­gi­ges Fest­me­nü mit aus­ge­such­ten Wei­nen. Der Prä­si­den­tin des Co­lum­bia Clubs, Chris­tel Schmidt, war es ei­ne be­son­de­re Freu­de, den deut­schen Ge­ne­ral­kon­sul Her­bert Qu­el­le und sei­ne Frau Co­rin­na so­wie den ös­ter­rei­chi­schen Ho­no­rar­kon­sul Rein­hold Kram­mer und den schwei­ze­ri­sche Ho­no­rar­kon­sul Jörg Ober­schmied als Eh­ren­gäs­te be­grü­ßen zu dür­fen. Ne­ben An­spra­chen der Eh­ren­gäs­te rich­te­te auch die ehe­ma­li­ge Prä­si­den­tin und zugleich äl­tes­tes Mit­glied des Klubs, Patri­cia Kem­per, das Wort an die An­we­sen­den und brach­te ih­re Freu­de über die­sen be­son­de­ren An­lass zum Aus­druck.

Über die Jah­re hat­te der Chi­ca­go Co­lum­bia Club vie­le na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Per­sön­lich­kei­ten zu Gast. Gro­ße Na­men aus Kunst, Li­te­ra­tur und Mu­sik tau­chen in den Pro­gram­men auf. Mit sei­nen an­spruchs­vol­len Vor­trä­gen und Dar­bie­tun­gen ge­lingt es dem Klub seit 125 Jah­ren im­mer wie­der, neue Mit­glie­der zu ge­win­nen und zugleich ei­ne en­ge, oft über Jahr­zehn­te be­ste­hen­de Ver­bun­den­heit zu je­dem ein­zel­nen Mit­glied zu be­wah­ren.

Der Chi­ca­go Co­lum­bia Club mit sei­nen heute 137 Mit­glie­dern, trifft sich von Ok­to­ber bis Mai je­weils am ers­ten Don­ners­tag im Mo­nat zu mu­si­ka­li­schen, his­to­ri­schen oder li­te­ra­ri­schen Vor­trä­gen mit an­schlie­ßen­dem Mit­tag­es­sen im Wo­man’s Ath­le­tic Club, Chi­ca­go. Fo­to un­ten In zeit­ge­nös­si­schen Ko­s­tü­men prä­sen­tier­ten sich die Vor­stands­mit­glie­der Andrea Vent­rell von links , Eva Pleuhs, Alex­an­dra Ends­ley, Dr. Sa­bi­ne Hin­richs, Su­san­ne Sonn­tag, Jac ue­line Fu­en­tes-Ey­sel e, Alex­an­dra Reinold, Sa­bi­ne Ober­ber­ger und Ma­ri­am

Pahl.

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