Se­nat will Te­gel un­be­dingt schlie­ßen

Die Nach­fra­ge nach Lu­xus­woh­nun­gen ist un­ge­bro­chen. Vor al­lem rei­che Aus­län­der gön­nen sich in Ber­lin mal eben ei­ne Zweit- oder viel­leicht so­gar ei­ne Dritt­woh­nung.

Amerika Woche - - Nachrichten - von Joa­chim Fah­run

Un­glaub­li­che 30.000 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter - so viel kos­te­te die teu­ers­te Woh­nung, die die Lu­xus­mak­ler von Sothe­by’s in Ber­lin ver­kauft ha­ben. Ei­ne Vil­la im Wes­ten für 40 Mil­lio­nen Eu­ro, ein Pent­house in Mit­te für 20 Mil­lio­nen. Das sei­en aber „Aus­nah­me­fäl­le“, die al­le drei Jah­re mal vor­kä­men, sag­te Ani­ta Gärt­ner von der Im­mo­bi­li­en­spar­te des Auk­ti­ons­hau­ses bei ei­nem Pres­se­ge­spräch zur La­ge am Ber­li­ner Wohn­im­mo­bi­li­en­markt.

Ge­wach­sen sei aber vor al­lem die Nach­fra­ge nach Ob­jek­ten un­ter zehn Mil­lio­nen Eu­ro, noch stär­ker so­gar im Seg­ment bis drei Mil­lio­nen Eu­ro für Woh­nun­gen und sechs Mil­lio­nen Eu­ro für Vil­len. Man­che Ver­käu­fer hät­ten gern noch mehr, müss­ten aber war­ten. Laut Gärt­ner war­ten der­zeit 30 bis 40 Vil­len im Ber­li­ner Wes­ten auf ei­nen Er­wer­ber, der be­reit ist, die ho­hen Prei­se zu zah­len. Denn wer so viel Geld aus­gibt, für den müs­se eben al­les per­fekt sein.

Nach Gärt­ners Wor­ten kau­fen der­ar­ti­ge Im­mo­bi­li­en vor al­lem in­län­di­sche Un­ter­neh­mer, jun­ge Ge­win­ner des In­ter­net-Booms und rei­che Aus­län­der, die sich in Ber­lin ih­re Zweit- oder Dritt­woh­nung gön­nen. 40 Pro­zent der Käu­fer fal­len un­ter die letz­te Ka­te­go­rie.

Und die­se Men­schen nut­zen ih­re Woh­nung dann für ei­ni­ge Wo­chen im Jahr selbst und las­sen sie an­sons­ten leer ste­hen. Ver­mie­ten tun die­se Ei­gen­tü­mer eher nicht. Der ab­so­lu­te Lu­xus ist aber in Ber­lin die Aus­nah­me, aber Neu­bau­woh­nun­gen an der Liet­zen­bur­ger Stra­ße wer­den auch schon für 10.500 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter ge­kauft. Laut Gärt­ner fie­len von den 22.000 Trans­ak­tio­nen des Jah­res 2016 aber nur we­ni­ge Hun­dert in den ab­so­lu­ten Top­be­reich.

Im mitt­le­ren Preis­seg­ment sei­en auch die aus­län­di­schen Er­wer­ber durch­aus an Ein­nah­men aus Ver­mie­tung in­ter­es­siert, be­rich­te­te Ja­co­po Min­gaz­zi­ni von der Ac­cen­tro Re­al Esta­te. Auch er er­kennt kei­ne An­zei­chen für ei­nen Preis­ver­fall.

Laut Min­gaz­zi­ni nimmt zu­dem das In­ter­es­se der Mie­ter zu, ih­re ei­ge­ne Woh­nung zu kau­fen. Und auch die Selbst­nut­zer, die bei Ac­cen­tro kauf­ten, kä­men über­wie­gend aus Ber­lin und mach­ten so oft ei­ne Miet­woh­nung frei.

Sebastian Fi­scher vom Pro­jekt­ent­wick­ler Pri­mus be­rich­te­te von ei­ner ho­hen Nach­fra­ge nach Ob­jek­ten in „B-La­gen“wie Wei­ßen­see, Tem­pel­hof oder Moa­bit. Die stei­gen­den Mie­ten lie­ßen vie­le Ber­li­ner über den Kauf ei­ner Woh­nung nach­den­ken. Die größ­te Hür­de sei aber das feh­len­de Ei­gen­ka­pi­tal, wäh­rend die lau­fen­den Kos­ten we­gen des nied­ri­gen Zins­ni­veaus durch­aus mit der Miet­be­las­tung ver­gleich­bar sei­en.

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