„Di­vers“: Deut­sche Re­gie­rung be­schließt drit­te Ge­schlechts­op­ti­on

Amerika Woche - - Extra -

Un­glaub­lich, aber den­noch wahr: Im deut­schen Ge­bur­ten­re­gis­ter soll künf­tig der Ein­trag ei­ner drit­ten Ge­schlechts­op­ti­on mög­lich sein. Die Re­gie­rung be­schloss vor kur­zem ei­nen Ge­setz­ent­wurf, der ne­ben „männ­lich“und „weib­lich“auch den Ein­trag „di­vers“vor­sieht.

Die gro­ße Ko­ali­ti­on aus Christ- und So­zi­al­de­mo­kra­ten setzt da­mit ei­ne Ent­schei­dung des deut­schen Ver­fas­sungs­ge­richts aus dem Jahr 2017 um. Dar­in wur­de die gel­ten­de Re­ge­lung als Ver­stoß ge­gen das Per­sön­lich­keits­recht und das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot der Ver­fas­sung ge­wer­tet. Bis En­de 2018 muss die Ge­set­zes­än­de­rung um­ge­setzt wor­den sein.

„Es ist über­fäl­lig, dass wir das Per­so­nen­stands­ge­setz jetzt end­lich mo­der­ni­sie­ren“, sag­te Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD). Mit dem zu­sätz­li­chen Ein­trag „di­vers“wer­de Men­schen, die sich nicht ei­nem Ge­schlecht zu­ge­hö­rig füh­len, ei­ne Stück Wür­de und po­si­ti­ve Iden­ti­tät ge­ge­ben. In ei­nem nächs­ten Schritt ge­he es jetzt dar­um, rasch wei­te­re un­zeit­ge­mä­ße Re­ge­lun­gen für Trans­se­xu­el­le zu be­sei­ti­gen.

Re­ge­lun­gen so­wohl für in­ter- als auch für trans­se­xu­el­le Per­so­nen sol­len dem­nach in ei­nem wei­te­ren Ge­setz un­ter Fe­der­füh­rung des Jus­tiz- und des In­nen­mi­nis­te­ri­ums er­ar­bei­tet wer­den. Familienministerin Fran­zis­ka Gif­fey (SPD) be­ton­te, das der­zeit gel­ten­de Trans­se­xu­el­len­ge­setz müs­se auf­ge­ho­ben und durch ein mo­der­nes Ge­setz zur An­er­ken­nung und Stär­kung von ge­schlecht­li­cher Viel­falt er­setzt wer­den. Da­mit soll­ten auch Zwangs­sach­gut­ach­ten über die ge­schlecht­li­che Iden­ti­tät von Men­schen künf­tig nicht mehr zu­läs­sig sein.

Nicht we­ni­ge Kri­ti­ker die­ser Recht­spre­chung und auch der Folg­sam­keit des Staa­tes dem Urteil ge­gen­über kön­nen gar nicht glau­ben, was da der­zeit vor sich geht. Sie stel­len sich viel­mehr die Fra­ge, was denn als nächs­tes kom­men mag. Ger­da W. aus Mün­chen fragt: „Wenn sich dem­nächst je­mand als Schä­fer­hund fühlt, darf er das dann auch ein­tra­gen las­sen?“Heinz R. aus Bochum: „Das wird im­mer ver­rück­ter in Deutsch­land. Man hat den Ein­druck, dass ir­gend­je­mand nur et­was ganz Ver­rück­tes vor­bringt, und schon re­agie­ren die da oben mit neu­en Ge­set­zen. Das ist doch nicht nor­mal!“

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