Streit um Na­men an Klin­gel­schil­dern

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Ber­lin/Wi­en - Ver­stößt das Klin­gel­schild ei­nes Mie­ters an der Haus­tür ge­gen die Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung? Über die­se Fra­ge ist ein hef­ti­ger Streit ent­brannt. Der Im­mo­bi­li­en-Ei­gen­tü­mer­ver­band Haus&Grund emp­fiehlt ak­tu­ell sei­nen Mit­glie­dern, vor­sorg­lich die Na­mens­schil­der zu ent­fer­nen. Nur so kön­ne si­cher­ge­stellt sein, dass die Pri­vat­sphä­re der Mie­ter ge­währ­leis­tet und Buß­gel­der in Mil­lio­nen­hö­he für den Ver­mie­ter ver­mie­den wür­den, so Ver­bands­prä­si­dent Kai War­ne­cke.

Müs­sen Mie­ter jetzt al­so ih­re Klin­gel­schil­der ab­schrau­ben? Da­ten­schüt­zer hal­ten das für über­trie­ben. „Wir hal­ten die DSGVO hier nicht für an­wend­bar, da es sich um kei­ne au­to­ma­ti­sier­te Da­ten­er­fas­sung han­delt“, sag­te die Spre­che­rin der Ber­li­ner Da­ten­schutz­be­auf­trag­ten Ja­na Schö­ne­feld. Das Re­gel­werk grei­fe nur bei au­to­ma­ti­sier­ten Da­ten­ver­ar­bei­tun­gen und Da­tei­en.

Zu­vor hat­te be­reits die ös­ter­rei­chi­sche Haus­ver­wal­tung „Wie­ner Woh­nen“für Schlag­zei­len ge­sorgt. Nach der Be­schwer­de ei­nes Mie­ters ent­schied sich der Verband, an 220.000 Woh­nun­gen suk­zes­si­ve die Na­mens­schil­der ge­gen die Woh­nungs­num­mer aus­zu­tau­schen.

Die zu­stän­di­ge Ma­gis­trats­ab­tei­lung schät­ze die Ver­bin­dung von Nach­na­me und Woh­nungs­num­mer als ei­nen Ver­stoß ge­gen die Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung ein, hieß es. Nun hat die EU aber klar­ge­stellt: Al­les Blöd­sinn. Na­men an Klin­geln und Post­käs­ten könn­ten na­tür­lich blei­ben, die EU-Ver­ord­nung ha­be da­mit über­haupt nichts zu tun.

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