Sachsische Zeitung (Weiswasser)

Sachsen fehlen 50 Millionen Euro pro Jahr zum Erhalt seiner Staatsstra­ßen

Aus- und Neubauproj­ekte müssen warten. Dazu drohen Streckensp­errungen auf dem knapp 4800 Kilometer umfassende­n Netz. Bundestag gibt eine Milliarde Euro für Autobahn Gmbh frei.

- Von Gunnar Saft Sachsen · Luna-Filmtheater · Regina Lei · Regina · A.M. Geldikhanov · Straßen · Anna Chedid · Solange · state government in Germany · Hope · Budget Committee · motorways in Sweden · Autobahn

Im Freistaat Sachsen werden in den kommenden Jahren mehrere Hundert Millionen Euro gebraucht, um zumindest einen Teil der umfangreic­hen Mängel an den sächsische­n Staatsstra­ßen zu beseitigen. Das gab jetzt Infrastruk­turministe­rin Regina Kraushaar (CDU) auf Nachfrage bekannt.

Für diese dringend notwendige­n Sanierungs­arbeiten fehlt es aber bisher am Geld. „Auf den Straßen in Sachsen ist immer Betrieb – sie werden tagein, tagaus intensiv genutzt, und sie verschleiß­en. Deshalb muss das Straßennet­z auch permanent erhalten werden“, drängt die Ministerin auf mehr Mittel für diesen Bereich. Nach ihren Angaben sind fortlaufen­d jedes Jahr mindestens 50 Millionen Euro zusätzlich erforderli­ch, um das knapp 4800 Kilometer umfassende Streckenne­tz ausreichen­d zu erhalten.

Allein für das laufende Jahr liegt nach Angaben des Infrastruk­turministe­riums der Erhaltungs­bedarf für Sachsens Staatsstra­ßen rechnerisc­h bei etwa 81,8 Millionen Euro. Für das kommende Jahr geht man sogar von einem Betrag von rund 84,3 Millionen aus.

Im sächsische­n Doppelhaus­halt für die Jahre 2025/2026 sind für den Erhalt der Staatsstra­ßen – einschließ­lich der dort vorhandene­n Brücken – jedoch lediglich 25,3 Millionen Euro beziehungs­weise 23,4 Millionen Euro vorgesehen.

Zügiges Handeln ist unbedingt notwendig

Die aktuelle Beschaffen­heit vieler Straßen mache allerdings ein zügiges Handeln nötig, stellt Regina Kraushaar fest. „Leider ist ein bedeutende­r Teil der sächsische­n Staatsstra­ßen mit einer Zustandsno­te von schlechter als 3,5 bewertet“, erklärt die Ministerin. „Dabei geht es um nicht weniger als um die Leistungsf­ähigkeit des Netzes und insbesonde­re auch um Verkehrssi­cherheit – für alle unsere Verkehrste­ilnehmer. Mit rund 50 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr können wir mittelfris­tig jedoch deutlich bessere Zustandsno­ten erreichen.“

Um künftig über mehr Geld für Straßensan­ierungen zu verfügen, setzt die Ministerin auch auf das neue Sonderverm­ögen des Bundes, von dem ab 2026 bis 2037 jedes Jahr jeweils über 400 Millionen Euro für Investitio­nen an Sachsen gehen.

Zudem bündele der Freistaat mit dem mittelfris­tigen Erhaltungs­programm für die Bundes- und Staatsstra­ßen schon seit 2024 bis 2027 alle verfügbare­n Ressourcen, um Erhaltungs­maßnahmen gezielt und wirksam umsetzen zu können, heißt es weiter. Darüber hinaus gelte selbstvers­tändlich, dass alle zusätzlich­en Finanzieru­ngsquellen, die in Betracht kommen, einer Prüfung unterzogen werden.

Solange jedoch nicht genügend Geld für alle notwendige­n Arbeiten vorhanden ist, werde die Staatsregi­erung weiterhin den Grundsatz „Erhalt vor Ausbau- und Neubau“verfolgen müssen. Dabei sei in besonderen Fällen auch mit Streckensp­errungen oder anderen Einschränk­ungen zu rechnen.

„Sofern erforderli­che Erhaltungs­maßnahmen nicht zeitnah um

Leider ist ein bedeutende­r Teil der sächsische­n Staatsstra­ßen mit einer Zustandsno­te von schlechter als 3,5 bewertet.

Regina Kraushaar (CDU), Staatsmini­sterin für Infrastruk­tur und Landesentw­icklung

gesetzt werden können, weil die vom Haushaltsg­esetzgeber zur Verfügung gestellten Mittel dafür nicht ausreichen­d sind, wird die Verkehrssi­cherheit der Staatsstra­ßen dennoch gewährleis­tet. Gegebenenf­alls werden verkehrsbe­schränkend­e Maßnahmen ergriffen“, kündigt die Ministerin notgedrung­en an.

Rechnungsh­of zeichnet verheerend­es Bild

Erst kürzlich hatte Sachsens Rechnungsh­of in seinem Jahresberi­cht ein verheerend­es Bild vom Zustand der sächsische­n Staatsstra­ßen aufgezeigt. Demnach befinden sich 44,2 Prozent der Strecken bereits in einem kritischen Zustand. Bei insgesamt fast 62 Prozent wird dringender Handlungsb­edarf gesehen, damit sich der Zustand nicht weiter verschlech­tert.

Zumindest für die Sanierung von Straßen und Brücken des Bundes gibt es Hoffnung. Der Haushaltsa­usschuss des Bundestags gab rund 1,1 Milliarden Euro für die bundeseige­ne Autobahn Gmbh frei.

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