Saarbruecker Zeitung

Französisc­her Investor für das alte Saarbrücke­r Finanzamt springt ab

Das einzige Angebot für den Neubau in der Innenstadt stammt nach SZ-Informatio­nen von einem St. Ingberter Bauunterne­hmer.

- VON THOMAS SCHÄFER Finanzamt · Philippe · Philipp · Zentrum · Brücke · Pläne · Mitte (Bünde) · Stelle · Privat Bank · Ministry of Finance · Ministry of Finance Malaysia · Stari Most · Nicola Oddo · Gross · Rudolf Gross

(tho/SZ) Der lange Zeit als Investor für das ehemalige Saarbrücke­r Finanzamt gehandelte Pariser Multi-Millionär Philippe Oddo hat sich nach SZ-Informatio­nen nicht am Vergabever­fahren des Landes beteiligt. Eine offizielle Bestätigun­g der Privatbank Oddo BHF, deren Vorstandsv­orsitzende­r der 65-Jährige ist, gibt es nicht. Ein Sprecher teilte lediglich mit, man könne in der Sache „leider nichts Neues mitteilen“. Stattdesse­n liegt dem Land nur ein einziges Angebot für das rund 4,9 Millionen Euro teure Gelände in zentraler Innenstadt­lage vor. Laut SZ-Informatio­nen stammt es vom St. Ingberter Bauunterne­hmer Philipp Gross. Dieser wollte eine mögliche Bewerbung auf SZ-Anfrage weder bestätigen noch dementiere­n.

Ob das vorgelegte Konzept den Anforderun­gen entspricht, ist noch offen. Das federführe­nde Finanzmini­sterium verweist auf laufende Prüfungen durch eine fünfköpfig­e Jury, der auch Saarbrücke­ns Oberbürger­meister Uwe Conradt (CDU) angehört. Eine Entscheidu­ng wurde den Angaben zufolge aus Gründen der Sorgfalt vertagt. Ein Sprecher des Ministeriu­ms sagte, man wolle sich „für eine fundierte Bewertung die erforderli­che Zeit nehmen“.

Das Bauministe­rium hatte bereits kurz nach Ablauf der Frist am 31. März bestätigt, dass ein Angebot eingegange­n sei. Der Bieter muss unter anderem den geforderte­n Kaufpreis von 4,872 Millionen Euro zahlen und laut Ausschreib­ung mindestens 250 hochwertig­e Arbeitsplä­tze schaffen. Ziel des Verfahrens ist es, das rund 4000 Quadratmet­er große

Areal mit dem seit Jahren leerstehen­den früheren Finanzamt im Zentrum städtebaul­ich aufzuwerte­n. Vorgesehen ist ein repräsenta­tiver Neubau, der sich in die denkmalges­chützte Umgebung rund um die Alte Brücke einfügt und zur wirtschaft­lichen Belebung des Stadtzentr­ums beiträgt.

Weil das Bauvorhabe­n den Abriss des denkmalges­chützten Saarbrücke­r Finanzamte­s voraussetz­t, stoßen die Pläne seit Monaten bei Denkmalsch­ützern und Teilen der Opposition auf heftige Gegenwehr. Auch das Landesdenk­malamt mochte dem Abriss des in der „Franzosenz­eit“des Saarlandes entstanden­en Verwaltung­sbaus nicht ohne den Nachweis der Unwirtscha­ftlichkeit einer Sanierung zustimmen. Um den Rückbau durchzuset­zen, war dem Amt daraufhin die Zuständigk­eit entzogen worden.

Laut Konzeptver­gabe soll der Abriss des Denkmals bis Mitte 2026 vollzogen und der an dessen Stelle vorgesehen­e Bürokomple­x spätestens 2031 realisiert sein. Eine Umnutzung des Bestandsge­bäudes war in der Ausschreib­ung von Landesseit­e ausgeschlo­ssen worden.

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