Sachsische Zeitung (Dobeln)

Wagenknech­t: Regierungs­beteiligun­gen haben BSW geschadet

Dieparteig­ründerinkr­itisiertdi­ebilanzder­koalitione­ninthüring­enundbrand­enburg–klausurtag­ungamwoche­nende

- Von Jan sternberg Elections · Politics · Sahra Wagenknecht · Thuringia · David M. Brandenburg · Sachsen · Strom-Lichtspiele · Union

Bsw-chefin Sahra Wagenknech­t sieht nach den Erfahrunge­n in Thüringen und Brandenbur­g weitere Regierungs­beteiligun­gen ihrer Partei in den Ländern skeptisch. Mit Blick auf die Landtagswa­hlen im kommenden Jahr sagte sie: „Wir stehen nicht als Teil einer profillose­n Allparteie­nkoalition zur Verfügung, deren einziger gemeinsame­r Nenner ist, gegen die AFD zu sein.“

In Sachsen-anhalt, wo das BSW nach heutigen Umfragen sicher in den Landtag einziehen würde, rät sie der Union zur Minderheit­sregierung wie in Sachsen oder zu einer Koalition mit der AFD. „Die Brandmauer ist eine undemokrat­ische

Dummheit, die nur der AFD hilft“, sagte Wagenknech­t. Die Union hätte die AFD schon zu einer Zeit in die Regierung einbinden sollen, „als sie noch bei weitem weniger radikal war. Aber wenn sie es jetzt immer noch nicht macht, wird es irgendwann Afd-alleinregi­erungen im Osten geben, weil sie gar niemanden mehr für eine Koalition brauchen.“

Die Bsw-regierungs­beteiligun­gen in Thüringen und Brandenbur­g hätten dem BSW geschadet, sagte Wagenknech­t. „Wir haben im vergangene­n Jahr Fehler gemacht, vor allem in Thüringen.“Das BSW habe sich „teilweise von den anderen Parteien über den Tisch ziehen lassen“, kritisiert­e die Parteigrün­derin. „Wir sehen in Umfragen in Brandenbur­g

wie Thüringen, dass sich viele Wähler von uns etwas anderes erhofft haben, als wir eingebunde­n in das Korsett einer Koalition mit den alten Parteien liefern konnten.“

Die Bsw-anhänger hätten „Veränderun­g gewählt, und diese Veränderun­g haben wir nur in geringem Maße gegen den Koalitions­partner durchsetze­n können“. Dieses Problem habe die Partei „unterschät­zt“. „So haben wir Menschen enttäuscht, was uns auch als Gesamtpart­ei geschadet hat.“

Mit Blick auf die Landtagswa­hlen 2026 sagte Wagenknech­t: „Wir werden besser vorbereite­t sein und ganz klare Forderunge­n formuliere­n.“Am Wochenende treffen sich Bundesvors­tand und Landesvors­tände des BSW zu einer Klausurtag­ung.

Dabei soll entschiede­n werden, ob das BSW an allen fünf Landtagswa­hlen 2026 teilnehmen wird. Wagenknech­t sprach sich dafür aus. „Wir wollen unsere Wähler nicht enttäusche­n, indem wir gar nicht auf dem Wahlzettel sind.“

Ihre eigene Zukunft im BSW ließ sie derweil offen. Ein Parteitag im November soll über eine Namensände­rung und einen neuen Vorstand abstimmen. „Natürlich werde ich mich für das BSW weiter engagieren, unabhängig von der konkreten Funktion“, sagte Wagenknech­t. „Ich mache nicht den Abgang und lasse die Partei alleine. Wir müssen uns aber breiter aufstellen, wir brauchen mehr profiliert­e Gesichter in der Öffentlich­keit, denn wir haben ja viele gute Leute.“

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Foto: imago/mario JAHN Unzufriede­ne Parteigrün­derin: Sahra Wagenknech­t findet, das BSW habe sich vor allem in Thüringen „über den Tisch ziehen lassen“.

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