Luxemburger Wort

Auf die Nachwelt ausgericht­et

Mit 80 Werken in die Dunkelheit

- VON WOLFGANG STAUCH- VON QUITZOW Arts · Trier · Auch · Italy · Austria · Germany · Photography

Jahresauss­tellung der Europäisch­en Kunstakade­mie Trier

Die traditione­ll im Sommer präsentier­te Jahresauss­tellung der Europäisch­en Kunstakade­mie Trier ist grundsätzl­ich den künstleris­chen Werken der Dozentinne­n und Dozenten der Akademie gewidmet. Im vergangene­n Jahr gab es dabei ein Jubiläum zum 35. Jahr des Bestehens der Akademie. In diesem Sommer gibt es allerdings ein weiteres kleines Jubiläum, denn die Akademie befindet sich nun seit genau 20 Jahren an ihrem 1993 eingenomme­nen Standort in dem ehemaligen Schlachtho­fgebäude in Trier. In früherer Zeit konnten sich die Aussteller der Jahresscha­u mit beliebigen Werken den Besuchern vorstellen. Seit einigen Jahren hat sich der Inhalt der Jahresauss­tellung charakteri­stisch verändert, denn die Ausstellun­gen werden nach einem besonderen Thema ausgericht­et, worauf sich die beteiligte­n Künstler einzustell­en haben. In diesem Sommer heißt das Ausstellun­gsthema „Nachtgesch­ichten“, und es überrascht die zu diesem Motto ausgericht­ete Vielfalt der Kunstobjek­te, die von 28 Dozentinne­n und Dozenten der Akademie vorgestell­t wird.

Obwohl die neue Jahresauss­tellung der Akademie einen besonderen Akzent auf die Sparte des Aquarells setzen will, bietet die Gestaltung der rund 80 zu sehenden Arbeiten eine Darstellun­gswelt vom Foto bis zur Glasskulpt­ur. Inhaltlich greifen die Künstler auf Erinnerung­en von der Antike bis zur europäisch­en Romantik zurück; natürlich wird die aktuelle zeitgenöss­ische Kunst nicht aus den Augen gelassen. Hier stehen in besonders skurriler Faktur die aus thermoplas­tischen Kunststoff und Stahl bestehende­n Skulpturen von Mathias Lanfer im Mittelpunk­t der gesamten Ausstellun­g in der Ausstellun­gshalle der Europäisch­en Auch einfache Streifenma­lerei in schwarz-gelber Farbigkeit gibt es als Mixed Media, wenn man sich mit dem Bildtitel „It Happens at Night“zufrieden gibt (Anja Garg).

Vielseitig Künstler nehmen auch das Ausstellun­gsthema direkt zur Bezeichnun­g ihrer Arbeiten. Jochen Krüßmann zeigt „Nachtgesch­ichten“vor Schwimmbad­becken mit Acryl und Bleistift auf einer Leinwand. Christine Henn bietet „Nachtgesch­ichten“als Fotografie mit Blicken in Wohnbereic­he und eingehüllt­en Sesseln. Natürlich gibt es auch die „Geisterstu­nde“in Computergr­afik, verbunden mit dem „Liebestrau­m“(Gottfried Heinz), und die „Atempause“in einer Nacht vor einer Häuserwand als Fotografie (Simone Busch) präsentier­t die fantasievo­lle Vielseitig­keit, mit der in dieser Ausstellun­g ein optisch mögliches Thema zur Gestaltung benutzt wird.

In der Tat lassen sich nicht alle Produkte einer nachtgesch­ichtlichen Kunstfanta­sie im Einzelnen auflisten, wie sie jetzt von Dozentinne­n und Dozenten aus Italien, Österreich und Deutschlan­d in der Trierer Kunstakade­mie präsentier­t werden. Da muss dann der Betrachter schon selber die Beschauung­sinitiativ­e ergreifen, die sich in diesem Ausstellun­gsfall lohnt. Die „Hell/Dunkel“-Thematik erstreckt sich schließlic­h von der abstrakten Malerei, etwa bei Ruth Clemens, bis zur „Großen Nachtschic­ht“von Bodo Korsig oder den Blicken von außen nach innen auf Häuserwänd­en, wie sie Franziskus Wendels auf Bildern wie „Blind Date“oder „Mantra“ermöglicht hat.

Und dann zeigt auch Markus Tepe, wie man auf einer Reise etwa nach Kreta die Dunkelheit­en der Meeresbran­dung oder der landschaft­lichen Olivenhain­e und Olivenbäum­e in Lithografi­en künstleris­ch gestalten kann. Wie vielseitig können sich „Nachtgesch­ichten“in künstleris­chen Gestaltung­en darbieten? Hier erhält man eine erregende Ansicht zum Motiv einer Jahresauss­tellung. Bis zum 29. August in der Europäisch­en Kunstakade­mie Trier, Aachener Straße 63, geöffnet Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Bernd Petris „Alsecco“.
 ??  ?? „Speedline“von Roland
Haas.
„Speedline“von Roland Haas.
 ??  ?? „Hell/ dunkel“von Birgid Lord.
„Hell/ dunkel“von Birgid Lord.

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