Der Held will stehlen
Pedro Calles verbindet gute Erinnerungen mit Vechta. Jetzt steht er als Trainer von Alba vor wichtigen Partien dort.
Sein Auto lässt Pedro Calles zu Hause. Würde er damit nach Vechta fahren, ginge der Trainer von Alba Berlin glatt als Einheimischer durch. Denn sein Wagen trägt noch immer das Kennzeichen der niedersächsischen Kleinstadt. „Dort habe ich mein Auto gekauft“, sagt der 42-Jährige. Die Zeit in der Provinz liegt zwar lange hinter ihm, viele gute Erinnerungen begleiten ihn jedoch weiterhin.
Sportlich die vielleicht schönsten Momente seiner Karriere als Coach. In der Saison 2018/19 er erstmals als Chef in der Basketball Bundesliga (BBL) an der Seitenlinie. Sensationell zog das Team als Aufsteiger in das Halbfinale ein. Genau dorthin will Rasta Vechta jetzt zum zweiten Mal. Nun aber steht der Spanier seinem alten Klub mit Alba gegenüber und verfolgt mit den dieselbe Absicht. „Das ist definitiv etwas Besonderes“, sagt Calles.
Jetzt wechselt die Viertelfinalserie für zwei Spiele nach Vechta, Freitag geht es weiter (18.30 Uhr, Dyn). Zuvor verlor das Team aus der Metropole zum Auftakt (89:103), die zweite Heimpartie gewann der elffache Meister (90:85). „Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt als im ersten Spiel – vor allem, was den Einsatz angeht“, sagt Calles. Viel Elan, viel Grundlagenarbeit ermöglichten den Ausgleich in der „Best of five“-Serie. „Wir haben dafür gesorgt, dass sie sich nicht wohlfühlen“, so der Trainer. Darauf aufbauend konnte das Team sein Spiel durchsetzen.
Für Calles war es ein spezieller Sieg: der erste im BBL-Play-off seit dem entscheidenden Spiel zum Halbfinaleinzug mit Vechta. Dazwischen lagen 16 Niederlagen in Serie, mit Vechta, mit Hamburg, mit Oldenburg, mit Alba. „Das ist nicht wichtig, sondern dass wir die Serie ausgeglichen haben. Ich konzentriere mich auf nicht auf mich“, sagt der Trainer. Er bemüht sich um betonte Gleichmütigkeit. Emotionen will Calles nur am Spielfeldrand zeigen, nicht bei seinen Einschätzungen. Da wirkt er gern kontrolliert.
Das gehört zum Auftreten des Spaniers, der fünf Jahre in Vechta verbrachte. Die ersten drei davon als Assistent. In dieser Rolle fing er auch in Berlin an zu Beginn des Vorjahres. Kurz darauf übernahm er den Posten von Israel Gonzalez, stabilisierte ein verunsichertes Team. Im Play-off kam dennoch das schnelle Aus. „Damals standen wir jedes Wochenende mit dem Rücken zur Wand“, erinnert er sich. In seiner ersten kompletten Saison mit Alba schuf er eine komfortablere Ausgangssituation mit Platz zwei in der Hauptrunde. behielt die Nerven, sammelte Selbstvertrauen. Das Team bekam ebenso noch einmal den unmissverständlichen Hinweis, wie notwendig die Konzentration über die gesamte Spielzeit ist.
Der Erfolg kann sich als wichtiger Schritt in der Entwicklung der Mannschaft erweisen. Unter Druck ergriffen die Berliner die richtigen Maßnahmen. „Es ist ein Sieg von vielen, die noch kommen. Er hat eine tolle Zukunft vor sich und ist schon so viel besser als letztes Jahr darin, wie Dinge angeht. Er ist
Mal für eine große Organisation. Mit den damit verbundenen Ansprüchen musste er sich zunächst selbst arrangieren.
Erschwert wurde das dadurch, dass der Trainer einen nahezu neuen Kader vorgesetzt bekam. Diesen so schnell auf das Niveau zu befördern, um in einer engen Liga vorn mitzuspielen, ist sein Verdienst. Wie die Mannschaft lernt auch der junge Coach stetig dazu. Calles verpasste dem Team eine klare Struktur, die auf Einsatz und Defensive basiert. Die ebenso aber immer mehr den Stil von Alba repräsentiert mit viel Tempo und Ballbewegung.
Dabei geht es ihm darum, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Mit einer Mentalität, die sich als ansteckend erweist. Calles ist ein großer Motivator und nimmt das Team dadurch mit. Gegen Vechta auch ein wenig in seine Play-offVergangenheit. Aus seiner alten Heimat will der Spanier nun etwas entführen. „Unsere Mission ist, ein Spiel dort zu stehlen. Wenigstens eins“, sagt der Coach. Es wäre eine
Bei der Ersatzveranstaltung stehen daher die besten Springreiter der Welt im Fokus: Aus den Top 25 der Welt fehlt nur einer. Für Vogel und Olympiasieger Christian Kukuk geht es zudem auch darum, sich zu empfehlen. Das Turnier „ist auch eine WM-Sichtung“, wie Vogel sagt. Grund für die Topbesetung ist für ihn nicht nur die „unglaubliche Atmosphäre im Hauptstadion, dieses Gefühl, vollgepackt mit Adrenalin und Gänsehaut, das es sonst nirgendwo auf der Welt“gibt, ausschlaggebend: Auch finanzielle Gründe locken.