Kein Sommerschlussverkauf
Beim Versuch, Geld für weitere Transfers zu generieren, sollte auch Emmanuel Iyoha abgegeben werden. Nichtsdestotrotz bemüht sich Fortuna weiter um eine Vertragsverlängerung mit dem 25-jährigen Eigengewächs.
Bei Fortuna war man sich in der Personalie Ao Tanaka offenbar recht sicher. Jedenfalls soll man hinter den Kulissen fest von einem Wechsel des japanischen Nationalspielers ausgegangen sein. Der VfB Stuttgart soll intensiv in die Verhandlungen eingestiegen sein. Doch das Geschäft ist geplatzt, weil die Schwaben für Tanaka nicht allzu tief in die Tasche greifen wollten und schließlich mit Angelo Stiller einem anderen Kandidaten den Vorzug gegeben haben.
Während Stuttgart für Stiller am Ende wohl über sechs Millionen Euro (mit Boni) an BundesligaKonkurrent Hoffenheim überweisen wird, blieb man beim Angebot für Tanaka deutlich unter drei Millionen Euro. Viel konkreter wurde es nicht mehr in der Transferphase, denn Leeds United meldete sich irgendwann überhaupt nicht mehr. Wie ernsthaft das Interesse überhaupt war, kann man nur schwer beziffern.
Am Ende steht, dass Fortuna ein vermeintlich lukratives Geschäft nicht machen konnte. Doch nach Informationen unserer Redaktion hatte man im Schlussspurt auf dem Transfermarkt bei Tanaka schon die Hoffnung aufgegeben, doch noch ein Angebot von wem auch immer zu bekommen. Dagegen rechnete man sich bei einem anderen Spieler sogar noch bessere Chancen aus.
Emmanuel Iyoha war demnach Top-Verkaufskandidat von Fortuna. Rund eine Millionen Euro hätte man gerne bekommen. Nach Recherchen unserer Redaktion ist er verschiedenen Klubs aktiv angeboten worden (was in der Branche absolut normal ist) – darunter auch dem FC St. Pauli. Der Kiezklub hatte nämlich vor geraumer Zeit einmal in Düsseldorf wegen Iyoha angeklopft. Doch damals winkte man noch ab.
Diesmal lief die Kontaktaufnahme wohl andersherum, doch nun hatten die Verantwortlichen in Hamburg keinen Bedarf mehr. Wenig später hatte man dann auch in Düsseldorf mitbekommen, welchen Spielertypen der direkte Konkurrent ebenfalls gesucht hat: einen klassischen Mittelstürmer. Ihre Wahl fiel bekanntlich auf Simon Zoller.
Komplett überraschend kommen diese Verkaufspläne nicht. Schließlich hatte Sportvorstand Klaus Allofs mehrfach angekündigt, dass jeder zum Verkauf stünde, dessen Arbeitspapier 2024 auslaufen würde. Und während man mit Andre Hoffmann, Felix Klaus und Florian Kastenmeier Arrangements für eine vorzeitige Verlängerung treffen konnte, blieb eine Einigung mit Iyoha bislang aus. Es gab bereits Gespräche, doch die Gehaltsforderungen sollen bislang in solchen Sphären gelegen haben, dass Fortuna abgewunken haben soll.
Im Fußball kann man es sich in der Regel nicht leisten, länger nachtragend zu sein. Überhaupt ist nachtragend wahrscheinlich das völlig falsche Wort. Man arbeitet miteinander.
Weshalb es sehr wahrscheinlich ist, dass man sich in den kommenden Wochen erneut an einen Tisch setzen wird. Zumal Iyoha als gebürtiger Düsseldorfer schon eine wichtige Rolle als Identifikationsfigur einnehmen könnte – natürlich nicht um jeden Preis.
Rein sportlich hat er sich nach einem äußerst schwachen Start in die Saison gegen den Karlsruher SC eindrucksvoll zurückgemeldet. Allerdings nicht als Offensivspieler, sondern als Ersatz für Nicolas Gavory als Linksverteidiger. Die tiefen Läufe von Iyoha waren bärenstark, immer wieder hat er auf seiner Seite gehörig Druck gemacht und stand hinten sicher.
Möglicherweise gibt es für ihn auf dieser Position auch einen deutlich
größeren Markt, die Qualität dafür bringt er in jedem Fall mit. Doch aktuell dürfte sein Fokus voll auf Fortuna liegen. Und vielleicht auch noch weit über 2024 hinaus, wenn man miteinander eine Lösung findet. Ausgang aktuell noch ungewiss. In seiner jetzigen Verfassung wäre er für das Team aber als defensive Option definitiv ein echter Gewinn auf der linken Seite.
„Eine Verlängerung mit ihm ist absolut realistisch“, sagt Sportvorstand Klaus Allofs im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es stimmt, es hat einen ersten Versuch zwischen uns gegeben. Da sind wir nicht zusammengekommen. Nun setzen wir uns erneut hin und gucken, ob wir diesmal eine Lösung hinbekommen. Ich bin da überhaupt nicht pessimistisch. Es muss sich einfach immer nur alles im Rahmen unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten bewegen.“