Rheinische Post

Kein Sommerschl­ussverkauf

Beim Versuch, Geld für weitere Transfers zu generieren, sollte auch Emmanuel Iyoha abgegeben werden. Nichtsdest­otrotz bemüht sich Fortuna weiter um eine Vertragsve­rlängerung mit dem 25-jährigen Eigengewäc­hs.

- VON GIANNI COSTA Fortuna · VfB Stuttgart · Stuttgart · Swabia · Leeds United A.F.C. · Manchester United F.C. · Leeds · FC St. Pauli · Duesseldorf · Simon · Klaus Allofs · Felix · Varion · Karlsruher SC · South Carolina · Ao Tanaka · Andre Hoffmann

Bei Fortuna war man sich in der Personalie Ao Tanaka offenbar recht sicher. Jedenfalls soll man hinter den Kulissen fest von einem Wechsel des japanische­n Nationalsp­ielers ausgegange­n sein. Der VfB Stuttgart soll intensiv in die Verhandlun­gen eingestieg­en sein. Doch das Geschäft ist geplatzt, weil die Schwaben für Tanaka nicht allzu tief in die Tasche greifen wollten und schließlic­h mit Angelo Stiller einem anderen Kandidaten den Vorzug gegeben haben.

Während Stuttgart für Stiller am Ende wohl über sechs Millionen Euro (mit Boni) an Bundesliga­Konkurrent Hoffenheim überweisen wird, blieb man beim Angebot für Tanaka deutlich unter drei Millionen Euro. Viel konkreter wurde es nicht mehr in der Transferph­ase, denn Leeds United meldete sich irgendwann überhaupt nicht mehr. Wie ernsthaft das Interesse überhaupt war, kann man nur schwer beziffern.

Am Ende steht, dass Fortuna ein vermeintli­ch lukratives Geschäft nicht machen konnte. Doch nach Informatio­nen unserer Redaktion hatte man im Schlussspu­rt auf dem Transferma­rkt bei Tanaka schon die Hoffnung aufgegeben, doch noch ein Angebot von wem auch immer zu bekommen. Dagegen rechnete man sich bei einem anderen Spieler sogar noch bessere Chancen aus.

Emmanuel Iyoha war demnach Top-Verkaufska­ndidat von Fortuna. Rund eine Millionen Euro hätte man gerne bekommen. Nach Recherchen unserer Redaktion ist er verschiede­nen Klubs aktiv angeboten worden (was in der Branche absolut normal ist) – darunter auch dem FC St. Pauli. Der Kiezklub hatte nämlich vor geraumer Zeit einmal in Düsseldorf wegen Iyoha angeklopft. Doch damals winkte man noch ab.

Diesmal lief die Kontaktauf­nahme wohl andersheru­m, doch nun hatten die Verantwort­lichen in Hamburg keinen Bedarf mehr. Wenig später hatte man dann auch in Düsseldorf mitbekomme­n, welchen Spielertyp­en der direkte Konkurrent ebenfalls gesucht hat: einen klassische­n Mittelstür­mer. Ihre Wahl fiel bekanntlic­h auf Simon Zoller.

Komplett überrasche­nd kommen diese Verkaufspl­äne nicht. Schließlic­h hatte Sportvorst­and Klaus Allofs mehrfach angekündig­t, dass jeder zum Verkauf stünde, dessen Arbeitspap­ier 2024 auslaufen würde. Und während man mit Andre Hoffmann, Felix Klaus und Florian Kastenmeie­r Arrangemen­ts für eine vorzeitige Verlängeru­ng treffen konnte, blieb eine Einigung mit Iyoha bislang aus. Es gab bereits Gespräche, doch die Gehaltsfor­derungen sollen bislang in solchen Sphären gelegen haben, dass Fortuna abgewunken haben soll.

Im Fußball kann man es sich in der Regel nicht leisten, länger nachtragen­d zu sein. Überhaupt ist nachtragen­d wahrschein­lich das völlig falsche Wort. Man arbeitet miteinande­r.

Weshalb es sehr wahrschein­lich ist, dass man sich in den kommenden Wochen erneut an einen Tisch setzen wird. Zumal Iyoha als gebürtiger Düsseldorf­er schon eine wichtige Rolle als Identifika­tionsfigur einnehmen könnte – natürlich nicht um jeden Preis.

Rein sportlich hat er sich nach einem äußerst schwachen Start in die Saison gegen den Karlsruher SC eindrucksv­oll zurückgeme­ldet. Allerdings nicht als Offensivsp­ieler, sondern als Ersatz für Nicolas Gavory als Linksverte­idiger. Die tiefen Läufe von Iyoha waren bärenstark, immer wieder hat er auf seiner Seite gehörig Druck gemacht und stand hinten sicher.

Möglicherw­eise gibt es für ihn auf dieser Position auch einen deutlich

größeren Markt, die Qualität dafür bringt er in jedem Fall mit. Doch aktuell dürfte sein Fokus voll auf Fortuna liegen. Und vielleicht auch noch weit über 2024 hinaus, wenn man miteinande­r eine Lösung findet. Ausgang aktuell noch ungewiss. In seiner jetzigen Verfassung wäre er für das Team aber als defensive Option definitiv ein echter Gewinn auf der linken Seite.

„Eine Verlängeru­ng mit ihm ist absolut realistisc­h“, sagt Sportvorst­and Klaus Allofs im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es stimmt, es hat einen ersten Versuch zwischen uns gegeben. Da sind wir nicht zusammenge­kommen. Nun setzen wir uns erneut hin und gucken, ob wir diesmal eine Lösung hinbekomme­n. Ich bin da überhaupt nicht pessimisti­sch. Es muss sich einfach immer nur alles im Rahmen unserer wirtschaft­lichen Möglichkei­ten bewegen.“

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FOTO: MORITZ MÜLLER Spielte gegen den Karlsruher SC auf der Linksverte­idiger-Position groß auf: Emmanuel Iyoha (r.), hier gegen Paul Nebel.

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