EDITORIAL

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Lie­be Le­se­rin, lie­ber Le­ser,

Män­ner, die aus der Vä­ter­ka­renz in ih­ren Beruf zu­rück­keh­ren, sind schwie­ri­ge Fäl­le. Sie spre­chen nur in Su­per­la­ti­ven. Von der schöns­ten Zeit, dem sü­ßes­ten Kind, ih­rem größ­ten Re­spekt – vor Müt­tern. Und sie wie­der­ho­len die im­mer­sel­be Bot­schaft: Vä­ter und sol­che in spe, geht in Ka­renz! Ich bin auch so ein Fall.

Kran­ken­haus­ge­schich­ten, Rei­se­ge­schich­ten, Gu­te­n­acht­ge­schich­ten: Mei­ne Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen ha­ben mit Nach­sicht re­agiert. Die ei­nen sind selbst Müt­ter und Vä­ter, die an­de­ren mit Lei­den­schaft da­bei, es zu wer­den. Un­se­rer Che­fin vom Di­enst Patri­cia Kä­fer dür­fen wir zur Som­mer­ge­burt ei­ner Toch­ter gra­tu­lie­ren. Wir freu­en uns schon auf ih­re Er­zäh­lun­gen.

Die Ge­schich­ten im vor­lie­gen­den Heft sol­len von The­men han­deln, die nicht nur uns, son­dern auch Sie be­we­gen: Le­ben und Ster­ben, Po­li­tik und Kor­rup­ti­on, Sex und Moral et­wa.

Ein kur­zer Vor­ge­schmack: Si­byl­le Ha­mann er­läu­tert in ih­rem ti­tel­ge­ben­den Es­say, wie die Moral mit vol­ler Wucht zu­rück­ge­kehrt ist – und was das mit uns macht. Ni­cho­las Ofc­zarek und Da­vid Schal­ko er­zäh­len im Stamm­tisch­ge­spräch, wie sie es als Künst­ler mit der Moral hal­ten. Jo­nas Vogt er­klärt, was Bea­te Meinl-Rei­sin­ger als NE­OS-Che­fin vor sich hat. Cla­ra Porak und Ju­lia Wen­zel ha­ben re­cher­chiert, wie un­ser ge­hemm­ter Um­gang mit Ab­trei­bung die Si­tua­ti­on für be­trof­fe­ne Frau­en und Ärz­te ver­schärft. Tan­ja Wie­ser hat Men­schen ge­trof­fen, die Sex­pup­pen pro­du­zie­ren, sie ver­mie­ten oder sie, nun ja, nut­zen. Und Han­na Herbst er­klärt, war­um es an der Zeit war, ein Buch über Fe­mi­nis­mus zu schrei­ben.

Man­che die­ser Ge­schich­ten sind in we­ni­gen Ta­gen ent­stan­den, an­de­re Re­cher­chen ha­ben Mo­na­te ge­dau­ert. Ve­re­na Ran­dolf hat sich für ih­ren Text über Sa­rah ein Jahr Zeit ge­nom­men. Im­mer wie­der traf sie die 26-Jäh­ri­ge, die an Amyo­tro­pher La­te­ral­skle­ro­se lei­det, ei­ner sel­te­nen, tod­brin­gen­den Krank­heit. Un­ser Dank, un­ser Re­spekt gilt Sa­rah, die uns die Tür ge­öff­net hat in ihr Le­ben, in ihr Ster­ben.

Ge­sprä­che eben dar­über, über Le­ben und Tod, hat Sas­kia Jung­nikl bis April in ih­rer Ko­lum­ne ge­führt. Nach­dem sie als Chef­re­dak­teu­rin die drei ver­gan­ge­nen DA­TUM-Aus­ga­ben mit Ex­zel­lenz ver­ant­wor­tet hat, kehrt sie nun mit ei­ner er­neu­er­ten Ko­lum­ne zu­rück. Un­ter dem Ti­tel ›Be­zie­hungs­wei­se‹ be­fragt sie Men­schen zu Be­zie­hungs­lek­tio­nen al­ler Art.

Und wo Sie bis­her Ge­sprä­che zwi­schenPres­se-Chef­re­dak­teur Rai­ner No­wak und mir le­sen konn­ten, be­geg­net DA­TUM-Her­aus­ge­ber Se­bas­ti­an Loudon für die Ko­lum­ne ›Zei­ten­wech­sel‹ künf­tig Per­so­nen, die ih­ren Fin­ger auf den Puls un­se­rer Zeit le­gen: dies­mal den His­to­ri­ker Phil­ipp Blom.

Den Fin­ger in die Wun­den un­se­rer Tex­te legt ab die­ser Aus­ga­be Ana­tol Vi­touch. Nach­dem der Fal­ter un­se­re Text­che­fin An­na Gol­den­berg an­ge­heu­ert hat, über­nimmt der Schrift­stel­ler, Po­et und Schach­narr Vi­touch die de­li­ka­te Auf­ga­be, uns nach Text­ab­ga­be zu sa­gen, was wir un­gern hö­ren. Sie wer­den da­von pro­fi­tie­ren.

In die­sem Sinn darf ich Ih­nen, lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser, viel Ver­gnü­gen wün­schen bei der Lek­tü­re der neu­en Sei­ten der Zeit.

Ste­fan Apfl Chef­re­dak­teur

Für die Men­schen hin­ter DA­TUM, Ihr Ste­fan Apfl ste­[email protected]­tum.at

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