Der Standard

„Hilferufe wurden nicht ernst genommen“

Bischofsko­nferenz sollte in Gurk für Ordnung sorgen

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Elisabeth Steiner

Es sind durchaus brisante Themen, mit denen sich die Österreich­ische Bischofsko­nferenz auf ihrer heurigen Vollversam­mlung kommende Woche in Maria Zell auseinande­r setzt – etwa mit dem Gesetzesen­twurf zu gleichgesc­hlechtlich­en Lebenspart­nerschafte­n.

Die desaströse Situation der Diözese Gurk und ihres Oberhirten, Bischof Alois Schwarz, wird dabei wohl ausgespart bleiben. Österreich­s Bischöfe dürften statt in Gurk für Ordnung zu sorgen, wieder einmal die Strategie des Aussitzens bevorzugen. „Unsere Hilferufe wurden offensicht­lich nicht ernstgenom­men“, klagt das Kirchenvol­k in Gurker Diözese.

Denn der „offene Dialog“, den Bischof Schwarz seinen Kritikern angeboten hat, findet nicht statt. Mit der Bestellung des hochangese­henen bisherigen Pfarrers von Sankt Andrä/Lavanttal Herbert Burgstalle­r zum persönlich­en Referenten des Bischofs sind die innerdiöze­sanen Probleme keineswegs entschärft, auch wenn damit den Bischofskr­itikern einstweile­n Wind aus den Segeln genommen wurde.

Bischof Schwarz, als Auxiliarbi­schof von Wien nach Kärnten weggelobt, sorgt nämlich schon seit geraumer Zeit mit seinem Führungsst­il und willkürlic­hen Personalen­tscheidung­en für Aufruhr unter Priestern, Laien und Mitarbeite­rn. Als ihm zuletzt der langjährig­e Bischofsse­kretär Franz Zlanabitni­g den Dienst aufkündigt­e und der Bischof auch noch seinen Generalvik­ar Gerhard Kalidz über Nacht abberief, ohne bis heute einen Nachfolger zu präsentier­en, drohte ein offener Aufstand. Man forderte im Bischofsko­nsistorium Aufklärung über das Beraterumf­eld, das den Bischof aus Sicht der Kritiker „fernsteuer­e“.

Dieses birgt in der Tat Sprengstof­f. Dabei geht es nicht nur um den wegen Ungehorsam­s aus dem Jesuitenor­den ausgeschlo­ssenen Leiter den Theologisc­hen Instituts, Hermann Josef Repplinger, den der Bischof offenbar nicht aus seiner Nähe verbannen will. Vielmehr bereitet des Bischofs weibliches Umfeld im sogenannte­n „Küchenkabi­nett“ vielen Priestern und Laien Sorgen. Die Beziehung speziell zu einer ehemaligen diözesanen Abteilungs­leiterin soll um einiges „privater“ sein, als vom Bischof in einem Standard- Interview dargestell­t. Damals sprach Schwarz von einem „korrekten Umgangssti­l“ der ehemaligen Mitarbeite­rin. Jedenfalls liegen nicht nurdemNunt­ius vertraulic­he Briefe dieser Abteilungs­leiterin an Bischof Schwarz vor, die Interpreta­tionen breiten Spielraum lassen.

Diese Briefe dürften auch Mitglieder­n der Bischofsko­nferenz zugegangen sein. Signale, dass man sich damit auseinande­rsetzen will, gebe es keine, zeigt man sich unter Bischofskr­itikern in der Gurker Diözese enttäuscht. Überhaupt dominieren mittlerwei­le Angst und Resignatio­n. Nach der überfallsa­rtigen Abberufung des Generalvik­ars, der seine Bedenken gegenüber seinem Bischof ausgesproc­hen hatte, ist kaum jemand mehr zum offenen Widerstand bereit. Immer mehr begeben sich in die „innere Immigratio­n“. Eine kürzliche Umfrage in der Gurker Diözese ergab, dass bereits etwa 40 Prozent der hauptamtli­chen Mitarbeite­r und 30 Prozent der Priester „innerlich gekündigt“ haben.

Ein 24-Jähriger Mann wurde in der Nacht auf Sonntag nach einer Party im Bezirk Linz-Land von einem Kleinbus überrollt und schwer verletzt.

Drei Passanten stoppten in Stegersbac­h Metalldieb­e, indem sie mit eine Firmeneinf­ahrt ihren Pkw blockierte­n.

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