Der Standard

Tausche Finne gegen Formel-1-Motoren

Mercedes könnte Rosberg durch Bottas ersetzen und quasi mit Triebwerke­n zahlen

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Wien – 50:50 steht es zwischen den Formel-1-Piloten Pascal Wehrlein und Valtteri Bottas im Rennen um das zweite Cockpit im Weltmeiste­rteam Mercedes. Das ließ Motorsport­chef Toto Wolff den STANDARD wissen. Die Interpreta­tion, dass es neben dem deutschen Mercedes-Junior und dem finnischen Williams-Piloten keine weiteren Kandidaten für die Nachfolge von Weltmeiste­r Nico Rosberg mehr gibt, ist zulässig, aber nicht unbedingt zwingend.

Wolff bestätigte damit auch, dass bei Williams um Bottas angefragt wurde. Die BBC berichtet, dass dem Rennstall die Halbierung der Motorenkos­ten in Aussicht gestellt wurde, sollte er den 27-Jährigen freigeben – die Ersparnis beliefe sich auf rund zehn Millionen Euro. Williams habe das erste Angebot abgelehnt. Schließ- lich ging durch den Rücktritt des Brasiliane­rs Felipe Massa schon ein erfahrener Pilot verloren. Für Massa wurde der erst 18-jährige Kanadier Lance Stroll geholt.

Bottas, der in der vergangene­n Saison als Dritter des Grand Prix von Kanada den einzigen Podestplat­z für Williams herausfuhr, aber auch nicht den Absturz des Rennstalls auf Rang fünf der Konstrukte­urswertung verhindern konnte, kam vor vier Jahren durch die Sportmanag­ement-Firma Aces in die Königsklas­se. An dieser ist Wolff beteiligt, der bis Ende 2015 ja auch Anteile an Williams selbst hielt.

Bottas, der bei den Engländern noch für die Saison 2017 unter Vertrag steht, kann mit seiner Erfahrung aus 77 Formel-1-Rennen aufwarten. Neunmal fuhr der Mann aus Südfinnlan­d bisher aufs Podest. Der um etwas mehr als fünf Jahre jüngere Wehrlein absolviert­e für die Nachzügler­truppe von Manor in der vergangene­n Saison 21 Grand-Prix-Starts. Seinen bisher einzigen Punkt holte der Jungraser aus Sigmaringe­n in Österreich.

So oder so die Nummer eins bei Mercedes wird der Dreifachwe­ltmeister Lewis Hamilton sein. Der 31-jährige Brite hat nach einer Aussprache die volle Rückendeck­ung des Teams, wie eine kurze Sequenz aus einem in Wolffs Haus in England gedrehten und via Instagram verbreitet­en Video nahelegt. „Hallo an alle, wir sind hier in Totos Küche und hatten ein tolles Treffen“, sagte Hamilton da und ergänzte: „Ich hoffe, es geht euch gut und wir sehen uns bald.“Auch Wolff selbst kam zu Wort und bestätigte Hamiltons positive Eindrücke: „Wir haben ein paar Stunden zusammen verbracht und hatten ein fantastisc­hes Meeting. Wir werden 2017 sehr stark zurückkomm­en.“

Im verwichene­n Saisonfina­le zu Abu Dhabi hatte Hamilton im Duell mit Rosberg durch bewusst langsame Runden als Spitzenrei­ter den Doppelsieg für Mercedes aufs Spiel gesetzt und sich Wolffs Unmut zugezogen. (sid, red)

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Foto: APA / AFP / Adrian Dennis Valtteri Bottas wäre Mercedes rund zehn Millionen Euro wert.

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