Rus­si­scher Agent?

Der Standard - - FORSIDE -

So ei­nen US-Prä­si­den­ten hat es noch nie ge­ge­ben. Ei­nen, der die er­folg­rei­chen In­sti­tu­tio­nen des Wes­tens zu­sam­men­drischt wie ein Kind ei­ne Sand­burg. G7, Na­to, die EU, die „spe­cial re­la­ti­ons­hip“mit Groß­bri­tan­ni­en. Al­les, was seit 70 Jah­ren Sta­bi­li­tät heißt.

Was ist die Mo­ti­va­ti­on? Der in­ter­na­tio­nal be­kann­te Po­li­to­lo­ge Ivan Kras­t­ev macht die in­ne­re Aus­stat­tung Trumps da­für ver­ant­wort­lich. Für ihn gibt es kei­ne „Ver­bün­de­ten“, kei­ne Ver­pflich­tun­gen, kei­ne Loya­li­tät. Paul Krug­man, No­bel­preis­trä­ger und New York Ti­mes- Ko­lum­nist, geht wei­ter und spricht ei­nen Ver­dacht aus, der schon seit län­ge­rem dis­ku­tiert wird: „Ein Teil der Ant­wort ist, dass al­les, was die west­li­che Al­li­anz schwächt, Wla­di­mir Pu­tin hilft. Wenn Trump nicht buch­stäb­lich ein rus­si­scher Agent ist, dann ver­hält er sich si­cher­lich bei je­der Ge­le­gen­heit wie ein sol­cher.“

Man will das nicht glau­ben. Noch. Aber es gibt vie­le Punk­te, zwi­schen de­nen sich Li­ni­en zie­hen las­sen: Cy­ber­war ge­gen Trumps Geg­ne­rin Cl­in­ton; rus­si­sche In­vest­ments in Trumps Im­mo­bi­li­en; Tref­fen von Trumps Sohn und Mit­ar­bei­tern mit rus­si­schen Of­fi­zi­el­len noch vor dem Amts­an­tritt; Trump ist für den Br­ex­it, emp­fängt den Br­ex­i­teer Nigel Fa­ra­ge; ein bri­ti­scher Un­ter­stüt­zer des Br­ex­its hat sich x-mal mit rus­si­schen Kon­takt­leu­ten ge­trof­fen.

Klingt nach Ver­schwö­rungs­theo­rie? Stimmt. Aber es gab an­de­rer­seits noch nie ei­nen US­Prä­si­den­ten wie Trump.

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