Ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me

Der Standard - - LEBEN -

ImZu­ge der Elek­tri­fi­zie­rung ist die Tat­sa­che, dass der Mensch trotz al­ler Di­gi­ta­li­sie­rung im­mer noch von Licht­im­pul­sen ge­steu­ert wird, in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Das ist ein Trug­schluss. Nicht nur Pflan­zen und Tie­re, auch wir Men­schen hän­gen von der Son­ne ab. Jüngs­te For­schun­gen zei­gen, wie stark der Stoff­wech­sel von der Ta­ges­zeit be­stimmt wird. Die Gen­ak­ti­vi­tät im Kör­per ist mor­gens an­ders als mit­tags oder abends. In­so­fern ist ei­ne Uh­ren­um­stel­lung Gift für die Chro­no­bio­lo­gie. „Sie trägt in ei­ner über­mü­de­ten Ge­sell­schaft zu­sätz­lich zur Er­schöpft­heit bei“, sagt Bio­lo­ge Pe­ter Spork, Au­tor des Bu­ches

Wa­ke Up (Han­ser). Die Fra­ge bei der Uh­ren­um­stel­lung müss­te lau­ten, ob die Men­schen be­reit sind, sie­ben Mo­na­te im Jahr täg­lich ei­ne St­un­de we­ni­ger zu schla­fen“, sagt er. In der Som­mer­zeit geht man spä­ter zu Bett, steht aber auf­grund der Son­ne trotz­dem zur glei­chen Zeit auf, ver­liert al­so ei­ne St­un­de Schlaf. Als „so­zia­len Jet­lag“be­zeich­net das Chro­no­bio­lo­ge Till Ro­en­ne­berg von der Lud­wig-Ma­xi­mi­li­ans-Uni­ver­si­tät. An­ders als bei Fern­rei­sen macht die Zeit­um­stel­lung vor al­lem Kin­dern und Ju­gend­li­chen zu schaf­fen. Stichwort: Ein­schlaf­pro­ble­me. Die Fol­gen von Schlaf­man­gel kön­nen De­pres­sio­nen oder im­mu­no­lo­gi­sche Be­ein­träch­ti­gun­gen sein. Man wird krank. War­um das nicht re­gis­triert wird? „Weil dann nie­mand ei­nen Zu­sam­men­hang zur Zeit­um­stel­lung her­stellt“, meint Spork. Schlaf­de­fi­zit sam­melt sich über Wo­chen an. Was den Ex­per­ten noch är­gert, ist die Be­zeich­nung Win­ter­zeit. „Es ist nach dem Son­nen­stand die Nor­mal­zeit“, be­tont er, und es sei ab­surd, dass Men­schen in Mit­tel­eu­ro­pa nach ei­nem Rhyth­mus le­ben, der bio­lo­gisch für die Ukrai­ne pas­send ist.

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