Kaum Ener­gie­er­spar­nis

Der Standard - - LEBEN -

Doch­die Som­mer­zeit hat ein an­de­res ge­wich­ti­ges Ar­gu­ment auf ih­rer Sei­te: Wir spa­ren da­durch Ener­gie. Aber stimmt das wirk­lich? Geht es nach wis­sen­schaft­li­chen Un­ter­su­chun­gen zum The­ma, ten­diert die Ant­wort Rich­tung Nein. „Im Durch­schnitt ist die Ener­gie­er­spar­nis äu­ßerst ge­ring“, sagt Tomáš Havrá­nek. Der Öko­nom an der Karls-Uni­ver­si­tät Prag hat mit Kol­le­gen im Vor­jahr 44 Stu­di­en zur Aus­wir­kung der Som­mer­zeit auf den Ener­gie­ver­brauch ana­ly­siert. Die dar­in er­rech­ne­ten Ein­spa­run­gen sind nicht nur ma­ger, ei­ni­ge Stu­di­en stell­ten so­gar ei­nen ge­gen­tei­li­gen Ef­fekt fest, so Havrá­nek: un­ter an­de­rem des­halb, weil die Leu­te nach der Zeit­um­stel­lung im Früh­jahr plötz­lich zur käl­tes­ten Zeit des Ta­ges auf­wa­chen – und ein­hei­zen. Die lan­gen Ta­ge im Som­mer wie­der­um ver­lei­ten da­zu, die Kli­ma­an­la­gen ein­ge­schal­tet zu las­sen. Der Ver­brauch kann durch spä­ter ein­ge­schal­te­tes Licht nicht aus­ge­gli­chen wer­den. Was wä­re aus Ener­gie­spar­per­spek­ti­ve das bes­te Sze­na­rio? „Die op­ti­ma­le Zeit wä­re dau­er­haft die, die zum Biorhyth­mus der meis­ten Eu­ro­pä­er passt“, sagt Havrá­nek. Und das sei die Som­mer­zeit: „Die Durch­schnitt­s­eu­ro­pä­er ge­hen ja nicht um acht Uhr abends schla­fen und ste­hen um vier Uhr früh wie­der auf.“

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