Ba­sis­w­app­ler len­ken die Grü­nen

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Der so­ge­nann­te Ba­sis­w­app­ler ist bei den Grü­nen schwer ge­fürch­tet. Er tritt ein­zeln kaum in Er­schei­nung, nimmt, in Grup­pen zu­sam­men­ge­rot­tet, aber maß­geb­lich Ein­fluss auf die Par­tei, die auf Ba­sis­de­mo­kra­tie setzt. De­le­gier­te der Kon­gres­se auf Lan­des- oder Bun­des­ebe­ne wäh­len die Spit­zen­kan­di­da­ten. Das hat den Nach­teil, dass die Grü­nen im­mer un­ter sich blei­ben. Wer gut ver­netzt ist und auf sei­ne Ge­folg­schaft ver­trau­en kann, er­hält ge­nü­gend Stim­men. So schaff­te es bei der Lis­ten­er­stel­lung für die Na­tio­nal­rats­wahl Ju­li­an Schmid, Peter Pilz von der Lis­te und aus der Par­tei zu drän­gen. Neu­zu­gän­ge ha­ben es be­son­ders schwer. Und die Par­tei­spit­ze, die eben­falls di­rekt ge­wählt wird, hat de fac­to kei­ne Mög­lich­kei­ten, auf die Gestal­tung der Ab­ge­ord­ne­ten­rie­ge Ein­fluss zu neh­men.

In Wi­en sol­len noch mehr Men­schen an der Spit­zen­wahl teil­ha­ben. Al­le, egal ob Mit­glie­der oder nicht, kön­nen kan­di­die­ren. Nur vier von neun Be­wer­bern um Ma­ria Vas­silak­ous Nach­fol­ge sind Grü­ne. Eben­so kön­nen al­le, die sich on­line re­gis­trie­ren, auch über den ers­ten Lis­ten­platz ab­stim­men. Und das pas­siert per Brief nach dem In­stant-Run-off-Prin­zip. Das heißt: Je­der Wäh­ler reiht die Kan­di­da­ten nach Zu­stim­mungs­grad. Vom ers­ten zum letz­ten Platz. A, B, C und so wei­ter. Fällt Fa­vo­rit A raus, weil er in der Aus­wer­tung die we­nigs­ten Stim­men er­hal­ten hat, wan­dern al­le sei­ner Stim­men wei­ter an B. Ist B raus, be­kommt C die Stim­men. Die Stim­men wer­den so lan­ge an den Nächst­ge­reih­ten wei­ter­ge­ge­ben, bis ein Kan­di­dat mehr als 50 Pro­zent der Stim­men hat. Die Spit­zen­kan­di­da­ten auf Bun­des- und Län­der­ebe­ne sol­len nach wie vor ba­sis­de­mo­kra­tisch von den Par­tei­mit­glie­dern und Gast­de­le­gier­ten ge­wählt wer­den. Wer auch im­mer vor­ne steht, soll­te künf­tig aber we­sent­lich mehr Ein­fluss auf die Zu­sam­men­set­zung sei­nes Teams er­hal­ten.

Birgit He­bein kämpft um die Ba­sis.

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