To­ter und über 40 Ver­letz­te nach Zel­len­brän­den

Zahl­rei­che Brand­stif­tun­gen seit 2016 – Noch ein Op­fer in Wien auf In­ten­siv­sta­ti­on

Der Standard - - CHRONIK -

Wien – Die zehn Men­schen, die in der Nacht auf Sams­tag durch Rauch­gas­ver­gif­tun­gen teils schwer ver­letzt wur­den, nach­dem Schub­häft­lin­ge in ih­rer Zel­le im Po­li­zei­an­hal­te­zen­trum (Paz) Her­nal­ser Gür­tel Bett­wä­sche und Ma­trat­zen in Brand ge­steckt hat­ten, sind kein Ein­zel­fall. Seit Sep­tem­ber 2016 wa­ren min­des­tens ein To­ter und 42 Ver­letz­te bei ähn­li­chen Vor­fäl­len im Paz oder Jus­tiz­an­stal­ten in ganz Ös­ter­reich zu be­kla­gen, un­ter den Ver­letz­ten be­fin­den sich auch im­mer wie­der Po­li­zis­ten oder Jus­tiz­wa­che­be­am­te, die die Häft­lin­ge aus ver­rauch­ten oder bren­nen­den Ge­fan­ge­nen­räu­men ret­ten.

Im Fall des frei­tags ge­gen 22.30 Uhr aus­ge­bro­che­nen Bran­des in Wien lag am Sonn­tag nur noch ei­ner der sechs ver­letz­ten Schub­häft­lin­ge aus Af­gha­nis­tan und dem Irak im Al­ter von 18 bis 33 Jah­re auf der In­ten­siv­sta­ti­on, die an­de­ren wur­den re­gu­lär sta­tio­när be­treut. Laut Wie­ner Po­li­zei er­gab die „Teil­ein­ver­nah­me“ei­nes Ver­letz­ten, dass die Män­ner das Feu­er als Pro­test­ak­ti­on ge­legt hat­ten, von der Rauch­ent­wick­lung aber über­rascht wur­den. In­nen­mi­nis­ter Her­bert Kickl (FPÖ) kün­dig­te an, die Si­cher­heits­maß­nah­men über­prü­fen zu las­sen.

Am Sonn­tag konn­te man im In­nen­mi­nis­te­ri­um kei­ne De­tails zu Rauch­mel­dern und Brand­schutz­maß­nah­men lie­fern. Im für Jus­tiz­an­stal­ten zu­stän­di­gen Jus­tiz­res­sort ver­wies man be­züg­lich Rauch­mel­dern und Lösch­an­la­gen eben­so auf Mon­tag, be­ton­te aber, dass es in den Haft­an­stal­ten Be­triebs­feu­er­weh­ren oder ei­gens trai­nier­te Brand­schutz­grup­pen ge­be. (moe)

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