Doch kei­ne schar­fe Kür­zung bei AMS-Bud­get

Re­gie­rung gibt Ar­beits­markt­rück­la­ge frei – KV-Ver­hand­lun­gen star­ten mit Me­tal­lern

Der Standard - - WIRTSCHAFT -

Wien – Die Re­gie­rung hat sich im Vor­feld des Job­gip­fels kom­men­den Mitt­woch auf die Auf­lö­sung der Ar­beits­markt­rück­la­ge ge­ei­nigt. Dem Ar­beits­markt­ser­vice (AMS) ste­hen da­mit im nächs­ten Jahr an­statt 1,05 Mil­li­ar­den Eu­ro nun doch min­des­tens 1,25 Mil­li­ar­den Eu­ro für ak­ti­ve Ar­beits­markt­po­li­tik zur Ver­fü­gung. Im Ver­gleich zu 2018 wird es so mehr Eu­ro pro Ar­beits­lo­sen ge­ben, ins­ge­samt aber we­ni­ger Mit­tel.

Seit Ju­ni herrsch­te Un­si­cher­heit dar­über, ob dem AMS Kür­zun­gen der Mit­tel be­vor­ste­hen. Im Raum stand so­gar ein Ab­zug von 220 Mil­lio­nen Eu­ro für 2019. Da­mit wä­ren Ein­spa­run­gen bei Kurs­an­ge­bo­ten und Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men ein­her­ge­gan­gen. Pri­va­te Bil­dungs­trä­ger hat­ten in den ver­gan­ge­nen Wo­chen die auss­te- hen­de Ent­schei­dung über das AMS-Bud­get 2019 kri­ti­siert.

Die So­zi­al­wirt­schaft Ös­ter­reich (SWÖ), Bran­chen­ver­tre­tung im Ge­sund­heits- und So­zi­al­be­reich, be­grüß­te am Sonn­tag die Auf­lö­sung der Ar­beits­markt­rück­la­ge, be­ton­te aber, dass die Kür­zun­gen des AMS-Bud­gets im Ver­gleich zum Vor­jahr um elf Pro­zent stär­ker aus­fal­len als der jüngs­te Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit im Jah­res­ver­gleich (acht Pro­zent).

Die Ar­beits­lo­sen­zah­len in Ös­ter­reich sin­ken seit März 2017 kon­ti­nu­ier­lich. In­fol­ge der Eu­ro­kri­se wa­ren sie von Mit­te 2011 bis En­de 2016 ste­tig an­ge­stie­gen und er­reich­ten in die­sem Zei­t­raum ein Re­kord­hoch seit 1945. Im Au­gust wa­ren rund 344.700 Men­schen in Ös­ter­reich oh­ne Job. Die Bun­des­re­gie­rung will die Ar­beits­lo­sig­keit in den nächs­ten Jah­ren um 100.000 sen­ken. Für das Ge­samt­jahr 2018 ste­hen dem AMS rund 1,4 Mil­li­ar­den Eu­ro zur Ar­beits­markt­för­de­rung zur Ver­fü­gung. De­tails sol­len beim Job­gip­fel ge­klärt wer­den.

We­gen der gu­ten Kon­junk­tur sinkt nicht nur die Ar­beits­lo­sig­keit, son­dern auch die an­ste­hen­den Lohn­ver­hand­lun­gen ste­hen für Ar­beit­neh­mer un­ter ei­nem gu­ten Stern. Die­se Wo­che star­ten die Kol­lek­tiv­ver­trags­ver­hand­lun­gen wie im­mer mit den Me­tal­lern. ÖGB-Prä­si­dent Wolf­gang Kat­zi­an sieht gu­te wirt­schaft­li­che Vor­aus­set­zun­gen für ei­nen ho­hen Ab­schluss. Es ge­be ein „sehr, sehr gu­tes und tol­les Um­feld“, sag­te er. 2017 ha­ben sich Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer auf ein Plus von drei Pro­zent ge­ei­nigt. (slp, APA)

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