Kon­ser­va­ti­ver Is­lam­ver­ein

Der Standard - - NEWS -

In der Is­la­mi­schen Glau­bens­ge­mein­schaft in Ös­ter­reich (IGGÖ) steht ei­ne Macht­ver­schie­bung an. Die­ser Dach­ver­band der sun­ni­ti­schen Strö­mun­gen ist der of­fi­zi­el­le Ge­sprächs­part­ner der ös­ter­rei­chi­schen Re­gie­rung und Be­hör­den. Am Wo­che­n­en­de soll nun ein neu­er Prä­si­dent ge­wählt wer­den, nach­dem der bis­he­ri­ge die Un­ter­stüt­zung ver­lo­ren hat. Er hat­te meh­re­re Mo­sche­en be­an­stan­det, was die tür­kis-blaue Re­gie­rung zum An­lass nahm, ei­ni­ge Mo­sche­en öf­fent­lich­keits­wirk­sam zu schlie­ßen. Sie sind längst wie­der ak­tiv.

Der jet­zi­ge Prä­si­dent stammt aus der Atib, dem größ­ten mus­li­mi­schen und zugleich tür­ki­schen Ver­band, der völ­lig un­ter der Kon­trol­le der Er­do­gan- Re­gie­rung steht. Der neue wird mög­li­cher­wei­se ein Ver­tre­ter des zweit­größ­ten Ver­ban­des, der Is­la­mi­schen Fö­de­ra­ti­on, hin­ter der aber die re­li­gi­ös-na­tio­na­lis­ti­sche Mil­li-Gö­rüs-Grup­pe steht (die sich in­zwi­schen mit Er­do­gan ar­ran­giert hat). Die IGGÖ ist so­mit heu­te von tür­kisch­stäm­mi­gen Ver­tre­tern do­mi­niert, nach­dem an­fangs ein ge­bür­ti­ger Sy­rer Prä­si­dent ge­we­sen ist. Ara­bi­sche Ver­tre­ter ha­ben auch ver­geb­lich ge­gen den Wahl­mo­dus pro­tes­tiert. Die be­son­ders un­ter den Kur­den ver­tre­te­nen li­be­ra­le­ren Ale­vi­ten ha­ben sich schon län­ger ab­ge­spal­tet.

Wie im­mer die Wahl aus­geht, die IGGÖ bleibt ein we­nig trans­pa­ren­ter, sehr kon­ser­va­ti­ver Ver­ein, der von in­ne­ren, letzt­lich auch eth­ni­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen ge­prägt ist.

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