Hua­wei-Af­fä­re be­las­tet Bör­sen

Tech­no­lo­gie­wer­te sa­cken nach Ver­haf­tung ab

Der Standard - - NEWS - Ire­ne Brick­ner

Van­cou­ver/Wi­en – Die Fest­nah­me der Fi­nanz­che­fin des chi­ne­si­schen Netz­werk­aus­rüs­ters und Han­dy­her­stel­lers Hua­wei hat die Furcht vor ei­ner Es­ka­la­ti­on des Han­dels­streits zwi­schen den USA und Chi­na an den Bör­sen neu ent­facht. Welt­weit gin­gen die Ak­ti­en­märk­te auf Tal­fahrt. Tech­no­lo­gie­wer­te stan­den be­son­ders un­ter Druck. Der deut­sche Dax sank auf ein Zwei­jah­res­tief. Auch der Wie­ner Leit­in­dex ATX gab mehr als drei Pro­zent nach. „Schwer vor­stell­bar, dass die­se Ent­wick­lung zu ei­ner Dee­s­ka­la­ti­on im Zoll­streit zwi­schen den USA und Chi­na bei­trägt“, sag­te der Ana­lyst Gre­gor Kuhn von Em­den Re­se­arch.

Hua­wei-Ma­na­ge­rin Meng Wanz­hou – die Toch­ter des Fir­men­grün­ders – war am Wo­che­n­en­de in Ka­na­da fest­ge­nom­men wor­den. Sie soll an die USA aus­ge­lie­fert wer­den, die dem Un­ter­neh­men Ver­stoß ge­gen die Iran-Sank­tio­nen vor­wirft. Dar­über hin­aus drän­gen die USA ih­re Ver­bün­de­ten, we­gen Si­cher­heits­be­den­ken kei­ne Ge­schäf­te mehr mit Hua­wei zu ma­chen.

Un­ter­des­sen wächst auch in Afri­ka die Skep­sis ge­gen­über chi­ne­si­schen In­ter­es­sen auf dem Kon­ti­nent. Seit 15 Jah­ren in­ves­tiert Chi­na dort im gro­ßen Stil. Doch im­mer mehr Län­der wie Dschi­bu­ti, Ke­nia oder Sam­bia lan­den so in der chi­ne­si­schen Schul­den­fal­le. Dschi­bu­ti ist et­wa mit 88 Pro­zent sei­nes Brut­to­in­land­pro­dukts beim Reich der Mit­te ver­schul­det. Är­ger und Wi­der­stand in den Län­dern wach­sen. (red)

Wi­en – Die Be­rich­te kom­men, un­ab­hän­gig von­ein­an­der, aus ver­schie­de­nen So­zi­al­ein­rich­tun­gen, die für Ob­dach­lo­se und Men­schen am un­ters­ten En­de der Ein­kom­mens­py­ra­mi­de ar­bei­ten. Im Auf­trag des Bun­des­amts für Frem­den­we­sen und Asyl (BFA) über­prü­fe die Po­li­zei in Wi­en Men­schen aus ost­eu­ro­päi­schen EU-Mit­glied­staa­ten, die dem An­schein nach mit­tel­los sind, zu­neh­mend eng­ma­schig – und for­de­re sie zur Aus­rei- se auf – heißt es bei der NGO Bet­tel­lob­by und der Stra­ßen­zei­tung Au­gus­tin.

Auch bei Ob­dach Wi­en, ei­ner Toch­ter­ge­sell­schaft des Fonds So­zia­les Wi­en (FSW), die in der Bun­des­haupt­stadt 24 So­zi­al­ein­rich­tun­gen be­treibt, be­stä­tigt ein Spre­cher „die­se Wahr­neh­mung“.

„Das geht zum Bei­spiel so: Ei­ne Po­li­zei­strei­fe hält ei­nen Au­gus­tinStra­ßen­ver­käu­fer an, for­dert ihn auf, sich aus­zu­wei­sen, und über­prüft die Per­son. Liegt ge­gen die­se ei­ne rechts­kräf­ti­ge Aus­wei­sung vor‚ drückt sie ihr ei­ne In­for­ma­ti­on über die ‚ Ver­pflich­tung zur Aus­rei­se‘ in die Hand“, schil­dert Bern­hard Wer­nitz­nig, So­zi­al- und Ver­triebs­mit­ar­bei­ter beim Au­gus­tin.

Viel­fach sei­en Ro­ma aus der Slo­wa­kei, Un­garn, Bul­ga­ri­en oder Ru­mä­ni­en – sie bil­den bei den Au­gus­tin- Stra­ßen­ver­käu­fern die Mehr­heit – von die­sen Amts­hand­lun­gen be­trof­fen: „Von un­se­ren rund 400 Ver­käu­fern sind es ak­tu­ell rund 30“. Bei der Bet­tel­lob­by be­stä­tigt ei­ne Mit­ar­bei­te­rin die­ses Vor­ge­hen.

Dem liegt ein der­ar­ti­ges Schrei­ben vor. „Ge­gen Sie wur­de ei­ne Aus­wei­sung er­las­sen und be­steht für Sie nun die Ver­pflich­tung zur un­ver­züg­li­chen oder frist­ge­rech­ten Aus­rei­se“, ist da­rin zu le­sen. Mit da­bei ist ein in der ös­ter­rei­chi­schen Bot­schaft des Hei­mat­lan­des ab­zu­stem­peln­der „Nach­weis über die er­folg­te Aus­rei­se“. Pe­ter Mar­hold, Ob­mann des frem­den­recht­li­chen Be­ra­tungs­ver­eins Hel­ping Hands, schätzt das Do­ku­ment als „Ein­schüch­te­rungs­ver­such“ein – zu­mal da­rin auch von mög­li­cher „er­zwun­ge­ner Ab­schie­bung“und Schub­haft die Re­de ist, was im Fall von EU-Bür­gern nur im Fall zu­sätz­li­cher Aus­wei­sungs­grün­de wie Straf­fäl­lig­keit recht­mä­ßig wä­re. Im Grun­de, so Mar­hold, tä­ten die Be­trof­fe­nen den Re­geln ge­nü­ge, „wenn sie kurz nach Bratislava und wie­der zu­rück fah­ren – und den Fahr­schein als Be­leg ih­rer Aus­rei­se auf­he­ben“.

Tat­säch­lich dür­fen EU-Bür­ger in­ner­halb der Uni­on frei rei­sen – mit nur we­ni­gen Auf­la­gen. Hal­ten sie sich län­ger­fris­tig in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat auf, sind sie ver­pflich­tet, sich dort spä­tes­tens vier Mo­na­te nach der Ein­rei­se an­zu­mel- den. Ihr Auf­ent­halt ist recht­mä­ßig, wenn sie ei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach­ge­hen – auch mit ei­nem Ein­kom­men un­ter­halb der Ge­ring­fü­gig­keits­gren­ze – oder wenn sie über Kran­ken­ver­si­che­rung und Un­ter­halts­mit­tel ver­fü­gen.

Aus dem In­nen­mi­nis­te­ri­um heißt es auf An­fra­ge des

die Aus­rei­se­auf­for­de­run­gen wür­den nicht auf of­fe­ner Stra­ße, son­dern in den Po­li­zei­in­spek­tio­nen aus­ge­folgt. Ei­ne Sta­tis­tik, wie oft dies 2018 bis­her ge­schah, ge­be es noch nicht.

Die­ses Schrei­ben wur­de ei­nem „Au­gus­tin“-Ver­käu­fer aus­ge­hän­digt – laut ei­nem Rechts­be­ra­ter ein „Ein­schüch­te­rungs­ver­such“.

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