Rech­te Spal­tung

Der Standard - - AGEDA -

Wenn rechts­ex­tre­me Par­tei­en sich spal­ten, ist das zu­nächst ein­mal ei­ne gu­te Nach­richt. Der deut­sche An­dré Pog­gen­burg von der Al­ter­na­ti­ve für Deutschland (AfD) hat mit ei­ni­gen an­de­ren jetzt ei­ne Grup­pie­rung ge­grün­det, mit der er un­zu­frie­de­ne AfD-Mit­glie­der vom rech­ten Flügel ver­ei­nen will.

Das Ding soll „Auf­bruch deut­scher Pa­trio­ten – Mit­tel­deutsch­land“hei­ßen. Da­mit ist of­fen­bar die al­te DDR ge­meint, wo­bei dann „Ost­deutsch­land“nach der Vor­stel­lung von Pog­gen­burg wohl in Po­len liegt. Pog­gen­burg hat in meh­re­ren Re­den Na­zi­vo­ka­bu­lar ver­wen­det. Er will im Herbst of­fen­bar bei den Land­tags­wah­len in Sach­sen, Thü­rin­gen und Bran­den­burg an­tre­ten, was den Vor­teil hät­te, dass die AfD vi­el­leicht doch nicht so stark wird wie be­fürch­tet. An der Tat­sa­che, dass die AfD selbst in wei­ten Tei­len und mit et­li­chen Füh­rungs­per­so­nen schon rechts­ex­trem und nicht nur rechts­po­pu­lis­tisch ist, wird die­se Spal­tung al­ler­dings we­nig än­dern. Die Mus­ter – ge­schick­te NSVer­harm­lo­sung, „völ­ki­sche“Grund­sät­ze, Schlecht­ma­chen der de­mo­kra­ti­schen Grund­ord­nung, Ver­schwö­rungs­theo­ri­en et ce­te­ra – sind bei der AfD, die bei der letz­ten Bun­des­tags­wahl mit 12,6 Pro­zent in den Deut­schen Bun­des­tag ein­zog, eben­so mas­siv aus­ge­prägt. Die deut­sche De­mo­kra­tie hat auf die­ses Phä­no­men noch kei­ne Ant­wort ge­fun­den – wie prak­tisch nie­mand in ganz Eu­ro­pa auf den Auf­stieg der ex­tre­men Rechts­par­tei­en.

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