Fa­mi­li­en­bei­hil­fe un­ter der Lu­pe

Ma­zal meint, hie­si­ge In­de­xie­rung lan­det vor EuGH

Der Standard - - INLAND -

Wi­en – Seit Jah­res­be­ginn wird für in Ös­ter­reich tä­ti­ge Ar­beit­neh­mer, de­ren Kin­der im EU-Aus­land le­ben, die Fa­mi­li­en­bei­hil­fe „in­de­xiert“. Heißt: Der Be­trag wird den ört­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten an­ge­passt, für Ar­beit­neh­mer aus ost­eu­ro­päi­schen Län­dern gibt es teils emp­find­li­che Ein­bu­ßen.

Der So­zi­al­recht­ler Wolf­gang Ma­zal meint, dass das er­war­te­te Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren der EU-Kom­mis­si­on ge­gen Ös­ter­reich wohl bis vor den Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof kom­men wird.

Die Kom­mis­si­on und meh­re­re von ei­ner Sen­kung der hie­si­gen Fa­mi­li­en­bei­hil­fe be­trof­fe­ne Staa­ten ha­ben die ein­ge­führ­te Maß­nah­me be­reits „dis­kri­mi­nie­rend“ge­nannt. In ei­nem Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren kann die Kom­mis­si­on den Fall vor das EU-Ge­richt brin­gen, wenn sie kei­ne Ei­ni­gung mit dem be­trof­fe­nen Mit­glieds­staat er­zie­len kann. Der ers­te Schritt in ei­nem sol­chen Ver­fah­ren wird für den 24. Jän­ner er­war­tet.

Ös­ter­reich ar­gu­men­tiert ge­gen die Dis­kri­mi­nie­rungs­vor­wür­fe da­mit, dass die Fa­mi­li­en­bei­hil­fe nicht aus dem Ge­halt der Ar­beit­neh­mer fi­nan­ziert wird wie in vie­len an­de­ren eu­ro­päi­schen Staa­ten, son­dern aus ei­nem Di­enst­ge­ber­bei­trag, der funk­tio­nal den Cha­rak­ter ei­ner Steu­er hat. Die­se Ar­gu­men­ta­ti­ons­li­nie ba­siert auf ei­nem Gut­ach­ten Ma­zals, der Vor­stand des In­sti­tuts für Ar­beits- und So­zi­al­recht der Uni­ver­si­tät Wi­en ist.

Die Ne­os wer­fen der Re­gie­rung vor, mit der be­schlos­se­nen An­pas­sung der Fa­mi­li­en­bei­hil­fe an die tat­säch­li­chen Le­bens­hal­tungs­kos­ten im EUAus­land „wi­der je­des bes­se­re Wis­sen“ge­gen EU-Recht zu ver­sto­ßen. Dies sei „schlicht un­ver­ant­wort­lich“, wes­halb man ei­ne Be­schwer­de bei der EU-Kom­mis­si­on ein­brin­gen wer­de. Ein Ver­trags­ver­let­zungs­ver­fah­ren der EU-Kom­mis­si­on wol­le man erst gar nicht ab­war­ten, „son­dern die Rechts­la­ge im Sin­ne der Be­trof­fe­nen so­fort klä­ren“. (APA, red)

Fo­to: APA/Hoch­muth

Er­stell­te Gut­ach­ten für Re­gie­rung: Ex­per­te Ma­zal.

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