Viel­flie­gen we­gen Kla­ge ge­gen Au­ßen­amt

Di­plo­ma­tin, die in Chi­na ge­mobbt ha­ben soll, reist zu Ver­hand­lun­gen an

Der Standard - - WIRTSCHAFT -

Wi­en – En­de die­ser Wo­che geht am Ar­beits­ge­richt Wi­en je­ner Pro­zess wei­ter, in dem ei­ne Ex­mit­ar­bei­te­rin der Bot­schaft in Pe­king 129.000 Eu­ro Scha­den­er­satz beim Au­ßen­amt ein­klagt. Es geht um Aus­lands­zu­la­gen, die ihr ent­gan­gen sei­en, weil sie Pe­king we­gen Mob­bings durch die Botschafterin frü­her als ver­ein­bart ver­las­sen ha­be. Die Fi­nanz­pro­ku­ra­tur, die die Re­pu­blik ver­tritt, hat die Ab­wei­sung der Kla­ge be­an­tragt. Sie brach­te u. a. ei­nen Schrift­satz ein, in dem sie die Klä­ge­rin ei­ner „ul­ti­ma­ti­ven Spra­che“zeiht, sie ha­be u. a. ei­ne Kol­le­gin als „die Dep­per­te“be­zeich­net.

In der Cau­sa ha­ben, wie be­rich­tet, be­reits Ver­hand­lun­gen statt­ge­fun­den. Die Botschafterin ist dem Ver­fah­ren auf Ein­la­dung der Re­pu­blik als Streit­hel­fe­rin (Ne­benin­ter­ve­ni­en­tin) bei­ge­tre­ten; ein rechts­kräf­ti­ges Ur­teil wür­de al­so auch für oder ge­gen sie wir­ken. Die Di­plo­ma­tin, die nun in Süd­ame­ri­ka am­tiert, reis­te da­her auch zur Ver­hand­lung am 18. und 19. Ok­to­ber an.

Bil­lig ist das nicht. Sie hat Ge­büh­ren von 1400,30 Eu­ro be­an­tragt und die ge­mäß Ge­büh­rens­an­spruchs­ge­setz vom Ge­richt zu­ge­spro­chen be­kom­men. Ki­lo­me­ter­geld für die Fahrt von der Bot­schaft zum Flug­ha­fen et­wa, oder für ei­ne Zwi­schen­über­nach­tung vor dem Wei­ter­flug nach Eu­ro­pa. Die­ser Stopp sei ihr we­gen der „sehr lan­gen“Flug­zeit und ih­rer chro­ni­schen Hals­wir­bel­be­schwer­den ärzt­lich emp­foh­len wor­den, die Reise in der Eco­no­my-Class sei „sehr be­schwer­lich“, teil­te sie mit. In Wi­en hat die Di­plo­ma­tin of­fen­bar kei­nen Wohn­sitz, je­den­falls ka­men zwei Ho­tel­näch­te da­zu (181 Eu­ro), und die Tag­sät­ze ge­mäß Rei­se­ge­büh­ren­vor­schrift. Plus zwei Fahr­schei­ne à 2,40 Eu­ro.

Län­ger in Wi­en ge­schla­fen

Da­bei hat die Di­plo­ma­tin der Re­pu­blik beim Spa­ren ge­hol­fen. Ins­ge­samt war sie vom 12. bis 23. Ok­to­ber in Wi­en, da sei­en die Flug­ti­ckets güns­tig ge­we­sen, er­klär­te sie auf Nach­fra­ge des Ge­richts. Zu­dem ha­be sie Vor- und Nach­be­spre­chun­gen ge­führt. Ver­rech­net hat die Streit­hel­fe­rin laut – nicht rechts­kräf­ti­gem – Ge­büh­ren­be­scheid aber nur die „un­be­dingt er­for­der­li­chen Über­nach­tun­gen“. Wie oft die Di­plo­ma­tin noch kom­men wird, ist of­fen. Die Rich­te­rin hat je­den­falls de­po­niert, dass sie nicht zu je­der Ver­hand­lung an­rei­sen muss. (gra)

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