Die Pis­te run­ter­ra­sen, aber Ver­ant­wor­tung tra­gen

Sprün­ge von 80 Me­tern, Ge­schwin­dig­kei­ten bis zu 143 km/h und ei­ne Mau­se­fal­le, die selbst Su­per­hel­den in die Knie zwingt – das Kitz­bü­he­ler Hah­nen­kamm­ren­nen ist das spek­ta­ku­lärs­te Ski­ren­nen der Welt. Auch Jo­nas liebt den Ge­schwin­dig­keits­rausch auf den Ti­rol

Der Standard - - SPORT -

Er setzt zum Sprung an – und lan­det nach fast 80 Me­tern di­rekt in der „ Mau­se­fal­le“. Es ist das steils­te Stück der Streif, der le­gen­dä­ren Ab­fahrts­stre­cke in Kitz­bü­hel. Das Ge­fäl­le liegt nun bei 85 Pro­zent. Doch es bleibt kei­ne Zeit zum Nach­den­ken. Die Durch­schnitts­ge­schwin­dig­keit beim Hah­nen­kamm­ren­nen be­trägt mehr als 103 km/h, vor dem Ziel­sprung so­gar 143 km/h. Das Ren­nen ist ein Ma­gnet für Ski­sport­be­geis­ter­te auf der gan­zen Welt. Nach 1 Mi­nu­te 51 Se­kun­den 58 Zehn­tel­se­kun­den ist der Ge­schwin­dig­keits­over­kill vor­bei – so lan­ge dau­ert die Ab­fahrt auf der le­gen­dä­ren Streif. Al­ler­dings nur im bes­ten al­ler Fäl­le. Den Stre­cken­re­kord hält seit 1997 Fritz „The Cat“Strobl, der fünf Jah­re nach sei­nem Wahn­sinns­ritt Olym­pia­sie­ger wur­de.

„ Al­les ist mög­lich!“Die­ser Leit­spruch gilt nor­ma­ler­wei­se in Jo­nas’ Le­ben – doch nicht zur­zeit. Jo­nas ist beim Ski­fah­ren un­glück­lich ge­stürzt und hat sich das Bein ge­bro­chen. Nach der OP geht er jetzt auf Krü­cken. „ An Ski­fah­ren ist zur­zeit nicht zu den­ken. Ich hof­fe, dass ich bald wie­der frei lau­fen kann, das wä­re schon mal was.“Doch zum Tr­üb­salb­la­sen bleibt kei­ne Zeit, denn Jo­nas hat ei­ne klei­ne Toch­ter. Ma­til­da ist zwei und baut mit ih­rer Ma­ma ge­ra­de ei­nen Schnee­mann im Gar­ten. „ Sie hat viel in mei­nem Le­ben ver­än­dert. Nicht nur, dass ich am Wo­che­n­en­de nicht mehr aus­schla­fen kann, sie hat auch ein ganz neu­es Ver­ant­wor­tungs­ge­fühl in mir ge­weckt.“

Mit dem Gips­bein dreht sich das Le­ben auf ein­mal lang­sa­mer – und Jo­nas hat viel Zeit zum Nach­den­ken. „ Mir pas­siert schon nichts – den Satz kann ich jetzt nicht mehr gel­ten las­sen. Ein fal­scher Tritt, ein blö­der Sturz, ein Un­fall und schon ist das Le­ben nicht mehr so wie vor­her. Dies­mal hab ich ja noch Glück im Un­glück ge­habt, aber was ist, wenn ich wie­der ein­mal stür­ze und dann vi­el­leicht In­va­li­de bin oder noch schlim­mer? Wie kann ich un­se­re Exis­tenz, al­so die von Ma­til­da, mei­ner Freun­din und mir, fi­nan­zi­ell ab­si­chern? Die Un­fall­zah­len, die ich im In­ter­net ge­fun­den ha­be, ha­ben mich ernst­haft über ei­ne Ab­si­che­rung nach­den­ken las­sen.“Und die Sta­tis­tik ist tat­säch­lich schmerz­haft: Al­le 40 Se­kun­den pas­siert in Ös­ter­reich ein Un­fall, 630.000 da­von er­eig­nen sich je­des Jahr in der Frei­zeit, im Haus­halt oder beim Sport. Die ge­setz­li­che Un­fall­ver­si­che­rung zahlt aber nur Fol­ge­kos­ten nach ei­nem Un­fall, wenn er sich am Ar­beits­platz, bei der Ar­beit oder auf dem di­rek­ten Weg dort­hin er­eig­net. Bei Un­fäl­len in der Frei­zeit, im Haus­halt, beim Sport oder im Ur­laub wer­den meis­tens nur die Be­hand­lungs­kos­ten und ei­ni­ge Re­ha-Maß- nah­men über­nom­men. Auf vie­len Fol­ge­kos­ten wie z. B. Such- und Ber­gungs­kos­ten – auch mit dem Hub­schrau­ber –, Rück­trans­port, Heil­kos­ten, Woh­nungs­um­bau oder Ver­dienst­ent­gang bleibt man als Un­fall­op­fer aber sit­zen. Führt ein Un­fall so­gar zu In­va­li­di­tät oder Tod, ist ei­ne pri­va­te Ab­si­che­rung noch wich­ti­ger.

„Un­fäl­le kann man nicht ver­hin­dern, fi­nan­zi­el­le Eng­päs­se schon“, hat mein Bank Aus­tria Kun­den­be­treu­er zu mir ge­sagt. Mit ihm ha­be ich mich vor ein paar Ta­gen zum Be­ra­tungs­ge­spräch ge­trof­fen. Er hat mir auch er­klärt, wo­zu im De­tail ei­gent­lich ei­ne Un­fall­ver­si­che­rung wich­tig ist: „Um den Le­bens­stan­dard zu er­hal­ten, wenn Sie Ih­ren Beruf nach ei­nem Un­fall nicht mehr aus­üben kön­nen und Ihr re­gel­mä­ßi­ges Ein­kom­men sinkt. Geld zur Ver­fü­gung zu ha­ben, wenn Sie durch ei­ne Be­hin­de­rung z. B. Ih­re Woh­nung um­bau­en müs­sen, Ber­gungs­oder Such­kos­ten be­zahlt wer­den sol­len oder Ihr Au­to ent­spre­chend ad­ap­tiert wer­den muss. Und um das Fa­mi­li­en­ein­kom­men zu si­chern, da­mit die Aus­bil­dung der Kin­der oder die Rück­zah­lung be­ste­hen­der Kre­di­te nicht ge­fähr­det ist.“Er hat mir auch den Ab­schluss der ER­GO Un­fall­ver­si­che­rung Ac­tive­Sa­fe emp­foh­len, bei der man aus vier Ba­sis­bau­stei­nen wäh­len kann – al­le sind ein­zeln ab­schließ­bar oder kom­bi­nier­bar. Da­mit kann ich mir mei­nen Schutz so bau­en, wie ich ihn brau­che. Be­son­ders in­ter­es­sant war für mich die Ver­si­che­rung von Un­fall­fol­gen beim ein­ma­li­gen Aus­pro­bie­ren ei­ner ge­fähr­li­chen Sport­art. Ich ge­he oft an mei­ne Gren­zen und pro­bie­re ger­ne Neu­es aus. Da der Win­ter für mich in Sa­chen Ski­sport lei­der ge­lau­fen ist, pla­nen wir, die Ac­tion im Som­mer nach­zu­ho­len. In Grie­chen­land möch­te ich Ki­tesur­fen pro­bie­ren.“Mit ei­nem Blick in Rich­tung sei­ner Toch­ter er­gänzt Jo­nas: „ Mir wird schon nichts pas­sie­ren. Und wenn, dann bin ich gut ver­si­chert.“

Schnel­le Schwün­ge im Schnee: Jo­nas ist auf der Pis­te groß ge­wor­den.

Mit Gips­bein dreht sich das Le­ben lang­sa­mer – und es bleibt Zeit zum Nach­den­ken.

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