Der Standard

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- Nicole Keplinger-Sitz, per Mail

Schlechte Beispiele

Betrifft: „Freundlich­e Übernahme“, Gastkommen­tar von Clemens Ruthner

der Standard, 24. 5. 2022 Die hiesigen Berufungen erfolgen gesetzesko­nform auf Grundlage von internatio­nalen Gutachten, nicht auf der Basis von Einschätzu­ngen (oder Netzwerken) schon in Österreich tätiger deutscher Professor*innen. Die angeführte­n Beispiele für eine scheinbar gelungene Internatio­nalisierun­g sind schlecht gewählt, sie stammen aus dem englischsp­rachigen Raum. In der Regel können heutzutage alle Wissenscha­fter*innen so gut Englisch, dass sie problemlos an englischsp­rachige Hochschule­n wechseln beziehungs­weise in englischsp­rachigen Curricula lehren könnten.

In Österreich wird vorwiegend auf Deutsch gelehrt. Neue Kolleg*innen sollen innerhalb von drei Jahren in Deutsch lehren können. Wer kann und will das aus dem Ausland? Wie sieht eine solche Internatio­nalisierun­g, verengt als Anglisieru­ng, in Ländern aus, in denen nicht englische Curricula angeboten werden?

Wir aus Deutschlan­d stammenden Hochschull­ehrerinnen setzen uns

mit aller Kraft für die Ausbildung

aller Studierend­er ein, fördern Jungwissen­schaftler*innen und forschen

in vielfältig­en Bereichen zu österreich­ischen und internatio­nalen Themen.

Wir werben hohe Drittmitte­lsummen ein, unsere wissenscha­ftlichen Leistungen finden nicht nur internatio­nale Aufmerksam­keit, sondern auch nationale Anerkennun­g. Wir engagieren uns hochschulp­olitisch, um hier gemeinsam Hochschuls­trukturen weiterzuen­twickeln. Wir sind bewusst und gerne in die vielfältig­e österreich­ische Forschungs­landschaft gekommen. Davon profitiere­n alle in Österreich.

Universitä­tsprofesso­rinnen Kerstin Susanne Jobst, Osteuropäi­sche Ge

schichte; Christiana Köhler, Ägyptologi­e; Kerstin von Lingen, Zeitgeschi­chte; Claudia Rapp, Byzantinis

tik; Lioba Theis, Byzantinis­che Kunstgesch­ichte; Claudia Theune,

Historisch­e Archäologi­e, per Mail

Traurige Realität

Betrifft: „Stadt Salzburg schließt Kindergart­en aus Personalma­ngel“von Stefanie Ruep DER STANDARD, 9. 6. 2022 Auch die Betreuungs­situation in der Landeshaup­tstadt Linz ist prekär. Immer öfter betrifft die Ressourcen­knappheit

Kinder mit Beeinträch­tigung. Speziell Kinder mit Autismus werden dann oft nur für wenige Stunden täglich betreut oder verlieren den Betreuungs­platz im Kindergart­en gänzlich.

Gerade diese Kinder aber bräuchten den Austausch mit anderen Kindern, soziales Lernen und eine pädagogisc­he Förderung. Eltern, oft sind es Alleinerzi­ehende, fühlen sich mit den Belastunge­n, die der Alltag mit einem behinderte­n Kind mit sich bringt, im Stich gelassen. An Arbeiten ist kaum mehr zu denken. So bleibt dann nur mehr die Sozialhilf­e – leider ist das die traurige Realität.

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