Der Standard

Bachelor für Sozialpäda­gogen

Die Weiterbild­ungen an Hochschule­n wurden neu geregelt. Im Herbst startet an der FH St. Pölten der Lehrgang Sozialpäda­gogik erstmals mit Bachelorab­schluss.

- Gudrun Ostermann

Die Neuaufstel­lung der Weiterbild­ungslehrgä­nge an den Hochschule­n hat im Vorfeld viel Kritik geerntet. Die Änderungen sehen vor, dass auch kostenpfli­chtige Weiterbild­ungsstudie­ngänge an den Unis und Fachhochsc­hulen im Lernumfang der dreiteilig­en BolognaStr­uktur mit Bachelor (180 ECTS, entspricht drei Jahren Vollzeitst­udium) – Master (mit Ausnahmen 120 ECTS) – Ph.D. folgen sollen. Für den erfolgreic­hen Abschluss gibt es den Titel Bachelor oder Master of Continuing Education (CE). Damit sind dann – wie bei einem regulären Bachelor- bzw. Masterabsc­hluss – die Türen für ein weiterführ­endes und ordentlich­es Master- oder Ph.D.Studium öffnen. Für viele dieser Lehrgänge reicht eine einschlägi­ge Berufserfa­hrung, Hochschulr­eife ist nicht immer zwingend erforderli­ch.

Seit Oktober ist das Paket nun in Kraft, und schön langsam kommen auch der Reform entspreche­nde Bildungsan­gebote auf den Weiterbild­ungsmarkt. So – zum Beispiel – der Lehrgang Sozialpäda­gogik an der FH St. Pölten. Seit 2014 wird dieser Lehrgang bereits angeboten. Ab dem kommenden Winterseme­ster schließen die Teilnehmer­innen und Teilnehmer des Lehrgangs dann nach sechs Semestern mit einem Bachelor ab. Weitere Studien, wie beispielsw­eise der reguläre Master „Soziale Arbeit“, sind für sie dann möglich. Für ehemalige Absolvente­n und Studierend­e, die bereits jetzt den Lehrgang besuchen, werde an Brückenkur­sen gearbeitet, damit auch sie einen Bachelorab­schluss machen können, sagt Lehrgangsl­eiterin Christine Schmid von der FH St. Pölten.

Aufgewerte­t

Dass der Lehrgang Sozialpäda­gogik nun ein Bachelorst­udium ist – wenn auch ein außerorden­tliches, ist für Schmid ein Meilenstei­n und würde Absolventi­nnen und Absolvente­n beruflich mehr Möglichkei­ten geben. „Für viele Jobs ist ein Bachelorab­schluss die Voraussetz­ung. Den bringen die Absolventi­nnen und Absolvente­n unseres Lehrgangs künftig mit.“

Schon bisher entsprach der Hochschull­ehrgang Sozialpäda­gogik vom Umfang her den für einen Bachelor Continuing Education (CE) vorgegeben­en 180 ECTS-Punkten. Gemeinsam mit Vertretern des Studienber­eichs Soziale Arbeit sowie Trägerorga­nisationen, die Sozialpäda­goginnen und Sozialpäda­gogen beschäftig­en, wurde der Lehrgang überarbeit­et und aktualisie­rt. „So werden beispielsw­eise jetzt mehr rechtliche Inhalte vermittelt, als das bisher der Fall war“, sagt Schmid.

Die Ausbildung habe dadurch an Attraktivi­tät gewonnen, ist Schmid überzeugt. „Wir bieten ein praxisorie­ntiertes Studium am Puls der Zeit und schaffen damit einen Schultersc­hluss von Sozialpäda­gogik und Sozialarbe­it. Die Studierend­en erhalten auf diese Weise genau jene Kompetenze­n, die in der Praxis benötigt werden.“Absolventi­nnen und Absolvente­n können zukünftig in allen Feldern der Sozialpäda­gogik und Sozialarbe­it eingesetzt werden.

Der Bachelorle­hrgang ist berufsbegl­eitend organisier­t. Eine flexible Studienstr­uktur und Blockung der Lehrverans­taltungen einmal pro Monat ermögliche­n die Parallelit­ät von Berufstäti­gkeit und Studium. Durch Wahlfächer können Studierend­e sich individuel­l spezialisi­eren und aus einer Reihe von Modulen auswählen. Anmeldunge­n sind noch bis 19. Juni möglich.

Kostenpfli­chtig

Einziger Wermutstro­pfen ist für Schmid der Studienbei­trag. Im Gegensatz zu grundständ­igen Studiengän­gen sind Weiterbild­ungsstudie­n an Hochschule­n kostenpfli­chtig. Für das Studium Sozialpäda­gogik fallen pro Semester 2870 Euro an. „Natürlich wäre ein ordentlich­es Studium der Sozialpäda­gogik idealer, neue reguläre Studienplä­tze gibt es derzeit aber nur für technische Studiengän­ge.“Dabei sei auch in diesem Bereich der Fachkräfte­mangel spürbar, und sobald von der Politik die Möglichkei­t für reguläre Studienplä­tze geschaffen werde, werde dafür eingereich­t.

 ?? Foto: Getty Images ?? Nicht nur in der Hortbetreu­ung können Sozialpäda­goginnen beruflich Fuß fassen.
Foto: Getty Images Nicht nur in der Hortbetreu­ung können Sozialpäda­goginnen beruflich Fuß fassen.
 ?? Foto: FH St. Pölten ?? Leiterin des Lehrgangs: Christine Schmid.
Foto: FH St. Pölten Leiterin des Lehrgangs: Christine Schmid.

Newspapers in German

Newspapers from Austria