Mein ers­tes Jahr

Deutsch Perfekt - - Die Themen Des Monats -

Ei­gent­lich hat Gud­mun­dur F. Magnus­son ei­nen Job in Berlin ge­sucht. Aber in der baye­ri­schen Stadt Pas­sau hat es dem Is­län­der gleich ge­fal­len – auch wenn man­che Din­ge dort ganz an­ders sind als in sei­ner Hei­mat.

Die ers­ten Wo­chen in Pas­sau wa­ren wie ei­ne Rei­se in ei­ne frü­he­re Zeit. Ein biss­chen ist das bis heu­te so ge­blie­ben. Et­wa, wenn die Men­schen in ei­ne der vie­len Bä­cke­rei­en ge­hen, um dort ihr Brot zu kau­fen. In Is­land gibt es Brot nor­ma­ler­wei­se nur noch in Su­per­märk­ten. Aber hier ist al­les viel tra­di­tio­nel­ler. Das ge­fällt mir sehr gut.

Ich bin nach Deutsch­land ge­kom­men, weil ich ei­ne neue Kul­tur und Spra­che ken­nen­ler­nen woll­te. Aber ich woll­te auch nicht zu weit ent­fernt von mei­ner Hei­mat­stadt Reyk­ja­vík le­ben. Ei­gent­lich woll­te ich nach Berlin ge­hen. Die Stadt ist so in­ter­na­tio­nal, übe­r­all spre­chen die Men­schen Eng­lisch. Al­so ha­be ich dort nach ei­nem Job ge­sucht. Aber dann ha­be ich ei­ne Stel­le in Bay­ern be­kom­men, in Pas­sau. Die Stadt ha­be ich gar nicht ge­kannt. Bei mei­nem ers­ten Be­such ha­be ich die Mit­ar­bei­ter im Bü­ro so­fort ge­mocht. Auch Pas­sau hat mir gut ge­fal­len. Ich kom­me aus ei­nem klei­nen Land und mag die kur­zen We­ge. Au­ßer­dem sieht Pas­sau mit sei­nen al­ten Häu­sern aus wie ein Ge­mäl­de. In Bay­ern gibt es vie­le hüb­sche al­te Städ­te. Auch nach Bam­berg und Nürn­berg bin ich zum Bei­spiel ge­reist. Neu für mich wa­ren aber die vie­len Kir­chen! Bay­ern ist sehr ka­tho­lisch.

Am An­fang konn­te ich gar kein Deutsch. Für die Ar­beit ha­be ich es auch nicht be­nö­tigt, weil die Fir­men­spra­che Eng­lisch war. Ich ha­be den­noch ei­nen In­ten­siv­kurs be­sucht, an fünf Ta­gen pro Wo­che im­mer drei St­un­den – und das nach der Ar­beit. Zwei Mo­na­te lang ha­be ich das ge­macht und spä­ter dann noch zwei an­de­re Abend­kur­se. Beim Deutsch­ler­nen hat mir ge­hol­fen, dass Deutsch wie Is­län­disch ei­ne ger­ma­ni­sche Spra­che ist. Aber viel bes­ser sind mei­ne Sprach­kennt­nis­se erst ge­wor­den, als ich ein hal­bes Jahr lang in ei­nem Un­ter­neh­men in Mün­chen ge­ar­bei­tet ha­be. Dort ha­ben al­le Deutsch ge­spro­chen.

Ich emp­feh­le je­dem Aus­län­der in Deutsch­land, die Spra­che zu ler­nen – auch wenn man sie in ei­ner in­ter­na­tio­na­len Fir­ma viel­leicht nicht braucht. Aber wenn man Deutsch spricht, ist man bes­ser in­te­griert. In dem Land gibt es kla­re Struk­tu­ren und viel Bü­ro­kra­tie – die­ses Kli­schee stimmt. Aber die Men­schen sind sehr freund­lich. Auf­ge­schrie­ben von Eva Pfeif­fer

Pas­sauDort liegt es: Bay­ernDort woh­nen: 51 000 Ein­woh­ner In­ter­es­sant ist: die Alt­stadt mit dem Dom Sankt Ste­phan und der Burg Ves­te Ober­haus so­wie das Drei­flüs­se­eck: Dort tref­fen sich die Flüs­se Inn, Do­nau und Ilz. Mein Tipp: die Re­gi­on um Pas­sau ken­nen­ler­nen! Be­son­ders der Baye­ri­sche Wald ist sehr schön zum Wan­dern. Mit dem Zug kommt man übe­r­all gut hin. Und man kann toll spa­zie­ren ge­hen oder Rad fah­ren. Au­ßer­dem ist man schnell in Ös­ter­reich: Die Gren­ze ist nicht weit weg. Sie wol­len auch von Ih­rem ers­ten Jahr in Deutsch­land, Ös­ter­reich oder der Schweiz er­zäh­len? Schrei­ben Sie ein­fach ei­ne kur­ze E-Mail (Na­me, Na­tio­na­li­tät, Ort) an re­dak­ti­on@deutsch-per­fekt.com.

Hei­mat: Is­landAl­ter: 32Be­ruf: On­li­ne-Mar­ke­tin­gMa­na­gerStart: Mai 2015Hob­bys: Fuß­ball, Spa­zie­ren­ge­hen, Rei­sen

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