Ei­ne run­de Sa­che

Deutsch Perfekt - - Zirkus -

Im Jahr 1768 er­öff­ne­te der frü­he­re Ka­val­le­rist Phi­lip Ast­ley in Lon­don ein Pfer­de­thea­ter – ein Er­eig­nis, das als Ge­burts­stun­de des mo­der­nen Zir­kus gilt. Ne­ben Kun­strei­tern und Pfer­de­dres­su­ren nahm Ast­ley mit der Zeit auch im­mer mehr Clowns und Akro­ba­ten ins Pro­gramm. Na­tür­lich ist die Vor­ge­schich­te des Zir­kus noch weit äl­ter – Com­me­dia dell’Ar­te, Hof­nar­ren­tum, Gauk­ler­trupps. Aber die spe­zi­el­le Kom­bi­na­ti­on aus Ar­tis­tik, Tie­ren und Clowns war neu. Und: Es gab ei­ne run­de Ma­ne­ge mit ei­nem Durch­mes­ser von 13 Me­tern. Die­ser für Pfer­de­num­mern idea­le Durch­mes­ser ist bis heu­te Stan­dard. Die Zir­kus­pro­gram­me wur­den über die Zeit un­ter­schied­li­cher. So wie das an­de­re da­mals auf Jahr­märk­ten an­bo­ten, hat­te auch der Zir­kus ei­ne Wei­le Exo­ten- und Freak­schau­en im Pro­gramm: „Rie­sin­nen und Zwer­ge“oder „die häss­lichs­te Frau der Welt“führ­te man ge­gen Geld vor. Spä­ter wa­ren es die Tier­dres­su­ren, die im­mer un­ge­wöhn­li­cher wur­den. Die At­trak­tio­nen wa­ren zum Bei­spiel „Be­ro­si­nis In­dia­nisch spre­chen­de Schim­pan­sen“oder Eis­ho­ckey spie­len­de Bä­ren. An­fangs fan­den die Vor­stel­lun­gen noch drau­ßen oder in Ge­bäu­den statt. Um 1900 her­um wur­de dann der Zelt­zir­kus – aus Ame­ri­ka kom­mend – auch in Eu­ro­pa po­pu­lär. Die Un­ter­neh­men wuch­sen, im spä­te­ren 19. Jahr­hun­dert be­gann die Zeit der Groß­zir­kus­se. Heu­te kennt man noch im­mer ei­ni­ge der gro­ßen Na­men – Sar­ra­sa­ni et­wa. Un­ter­neh­men wie Kro­ne in Deutsch­land oder Knie in der Schweiz, die es schon über vie­le Ge­ne­ra­tio­nen gibt, sind je­doch die Aus­nah­me.

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