Wie der Hop­fen aufs Eti­kett kam

Selbst gro­ße Braue­rei­en ha­ben die Viel­falt der Hop­fen­sor­ten für sich ent­deckt.

Die Presse am Sonntag - - Essen Und Trinken - KA­RIN SCHUH

Die Hop­fen­dol­de hat es mitt­ler­wei­le schon auf so man­ches Bie­r­eti­kett ge­schafft. Dort wird sie selbst von Groß­braue­rei­en mit ge­nau­er Sor­ten­be­zeich­nung an­ge­ge­ben. Wer beim Bier­brau­en – und Ver­kau­fen – et­was auf sich hält, kommt heu­te nicht mehr oh­ne Auf­lis­tung der Hop­fen­sor­te aus. Im­mer­hin spricht man auch beim Wein von der Rebs­or­te.

Wo­bei der Ver­gleich nicht ganz stim­mig ist. Wird doch et­wa Hop­fen in den sel­tens­ten Fäl­len frisch ein­ge­braut. Die Spe­zia­li­tät Grünhop­fen­bier ist so ei­ne Aus­nah­me. Statt­des­sen wird Hop­fen ge­trock­net und meist zu Pel­lets ver­ar­bei­tet, sprich ge­mah­len und ge­presst. Da­durch ist er nicht nur we­sent­lich län­ger halt­bar und leich­ter trans­por­tier­bar, auch die rich­ti­ge Do­sie­rung ist ein­fa­cher. Selbst klei­ne, hand­werk­li­che Brau­er­ein ar­bei­ten in der Re­gel mit Hop­fen­pel­lets. Viel Hop- fen braucht es näm­lich nicht ge­ra­de fürs Bier­brau­en. Ein Ki­lo­gramm Hop­fen auf 500 Li­ter Bier lau­tet die Faust­re­gel beim Brau­en, sagt Brau­meis­ter Jörg Gart­ler, der den­noch sei­nen ei­ge­nen Hop­fen an­bau­en möch­te, um ihn ein­zu­brau­en – und auch bei Brau­kur­sen und Füh­run­gen ein An­schau­ungs­ob­jekt zu ha­ben. Hop­fen­na­ti­on Deutsch­land. Hier­zu­lan­de wird Hop­fen vor­wie­gend im Müh­lund Wald­vier­tel und auch in der Stei­er­mark an­ge­baut. 157 Hekt­ar sind es in Ober- und Nie­der­ös­ter­reich, in der Stei­er­mark be­trägt die Hop­fen­an­bau­flä­che 94 Hekt­ar. Ös­ter­rei­chi­schen Hop­fen zu be­kom­men sei als klei­ner Brau­er aber gar nicht so ein­fach, sagt Gart­ler. „Hop­fen aus dem Wald­vier­tel geht meist an die Zwett­ler Braue­rei, den aus Leut­schach kriegt vor al­lem Pun­ti­ga­mer.“Die wich­tigs­ten Hop­fen- an­bau­ge­bie­te sind üb­ri­gens die USA (mit rund 22.000 Hekt­ar) und Deutsch­land (19.500 Hekt­ar). Rund die Hälf­te des hier­zu­lan­de ver­wen­de­ten Hop­fens muss al­so zu­ge­kauft wer­den.

250 ver­schie­de­ne Hop­fen­sor­ten gibt es welt­weit, ver­wen­det wer­den aber den­noch recht we­ni­ge. Ge­ne­rell un­ter­schei­det man in Bit­ter- und Aro­mahop­fen. Letz­te sind es, die der­zeit be­son­ders ger­ne in der Craft-Bier-Sze­ne ein­ge­setzt wer­den. Bit­ter­hop­fen wer­den ge­ne­rell am An­fang des Brau­pro­zes­ses hin­zu­ge­ge­ben und sind, wie der Na­me schon sagt, für die Bit­ter­keit ver­ant­wort­lich. Aro­mahop­fen sind hin­ge­gen für ei­ne brei­te Pa­let­te an fruch­ti­gen, exo­ti­schen, lieb­li­chen oder auch her­ben No­ten im Bier ver­ant­wort­lich. Da Aro­mahop­fen ei­nen ge­rin­ge­ren An­teil an Bit­ter­stof­fen hat, muss beim Brau­en mehr da­von ein­ge­setzt wer-

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