Let’s ma­ke money

IN­FOR­MA­TIO­NEN FÜR ZEIT­GE­NOS­SEN, DIE AUF IHR GELD SCHAU­EN

Die Presse am Sonntag - - Mein Geld -

Man muss sich fast ein we­nig wun­dern. Da kracht es geo­po­li­tisch an al­len Ecken und En­den. Und was ma­chen die An­le­ger? Sie kau­fen oder blei­ben zu­min­dest in­ves­tiert. Gut, nach dem Tweet von USPrä­si­dent Donald Trump am Mitt­woch, die Rus­sen mö­gen sich auf ei­nen US-An­griff in Sy­ri­en vor­be­rei­ten ga­ben die Leit­in­di­zes et­was nach und der Gold­preis stieg (sie­he Ar­ti­kel un­ten). Aber die spä­te­re Re­la­ti­vie­rung der Aus­sa­ge reich­te, um bei bei­den An­la­ge­klas­sen ei­ne star­ke Ge­gen­be­we­gung aus­zu­lö­sen. Ner­ven­stär­ke mach­te sich be­zahlt. Der tat­säch­li­che An­griff in Sy­ri­en er­folg­te dann ja erst in der Nacht auf Sams­tag – al­so nach dem Schluss al­ler Bör­sen.

Auch der US-Han­dels­streit mit Chi­na, bis vor Kur­zem noch furcht­ein­flö­ßend, scheint schon wie­der ver­drängt. Und der Crash an der rus­si­schen Bör­se am Mon­tag wirk­te sich im Wes­ten gar nicht aus. Wä­re da nicht Ös­ter­reich, das mit der Raiff­ei­sen Bank In­ter­na­tio­nal und der OMV ei­ne en­ge Ver­flech­tung mit Russ­land hat, so­dass de­ren Ak­ti­en ent­spre­chend fie­len.

Al­les ei­tel Won­ne al­so? Na ja. Auch wenn sich ei­ne ge­wis­se Ge­wöh­nung an Trumps uner­war­te­te Aus­sa­gen breit­zu­ma­chen scheint, die chao­ti­sche Si­tua­ti­on in man­chen Tei­len der Welt schwebt wie ein Da­mokles­schwert doch auch über der Bör­se. Denn ob die er­folg­te Mi­li­tär­in­ter­ven­ti­on in Sy­ri­en die dor­ti­ge Kri­se nach­hal­tig zu be­ru­hi­gen ver­mag, ist noch nicht aus­ge­macht. Es ist al­so rat­sam, in Zei­ten wie die­sen als An­le­ger hell­hö­ri­ger zu sein und sich re­la­tiv nah am Aus­gang zu po­si­tio­nie­ren, um im Fall des Fal­les hin­aus­zu­kom­men, ehe al­le pa­nisch drän­gen. Ver­nünf­ti­ge Stopp-Loss-Or­ders kön­nen ei­ne der Me­tho­den sein.

So­fern es frei­lich zu kei­ner un­kon­trol­lier­ba­ren Ge­walt­es­ka­la­ti­on im Na­hen Os­ten und zu kei­nem Han­dels­krieg zwischen USA und Chi­na kommt, ste­hen der Bör­se aus­sichts­rei­che Wo­chen be­vor. Die Kon­junk­tur bleibt ro­bust. Und die neue Quar­tals­be­richts- sai­son dürf­te den Op­ti­mis­mus wei­ter stüt­zen, wie die in die­ser Wo­che pu­bli­zier­ten Ge­winn­stei­ge­run­gen meh­re­rer US-Ban­ken zeig­ten.

Auch Eu­ro­pas wich­tigs­ter Leit­in­dex, der deut­sche DAX – im Un­ter­schied et­wa zum ATX und zu den USBör­sen seit sei­nem All­zeit­hoch zu Jah­res­be­ginn ein be­son­de­res Sor­gen­kind – macht ak­tu­ell wie­der Mut. So­eben hat er erst­mals in die­sem Jahr drei Wo­chen in Fol­ge mit ei­nem Plus be­en­det.

Apro­pos Deutsch­land. Ein über lan­ge Zeit kri­sen­ge­schüt­tel­tes Flagg­schiff der dor­ti­gen In­dus­trie, Volks­wa­gen (ISIN: DE0007664039), hat mit dem Aus­tausch der Kon­zern­füh­rung in die­ser Wo­che für Be­geis­te­rung bei An-

AFP

Der neue VW-Chef, Her­bert Diess, soll das Steu­er bei dem Au­to­her­stel­ler her­um­rei­ßen.

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