Das Of­fen­siv-Lehr­stück

Zwei Sie­ge, 8:2 To­re: Bel­gi­en ist bei die­ser WM wei­ter un­an­tast­bar, nun ha­ben die „Ro­ten Teu­fel“auch Tu­ne­si­en ab­ge­fer­tigt.

Die Presse am Sonntag - - Fussball-wm 2018 - VON JO­SEF EB­NER

Das bel­gi­sche Star­ensem­ble be­fin­det sich wei­ter in Tor­lau­ne, al­len vor­an Rome­lu Lu­ka­ku. Der Man­ches­terUni­ted-Star steu­er­te zwei Tref­fer zum 5:2-Sieg ge­gen Tu­ne­si­en bei und hat mit sei­nen ins­ge­samt vier To­ren in Russ­land in der Schüt­zen­lis­te zu Cris­tia­no Ro­nal­do auf­ge­schlos­sen.

Aber nicht nur Lu­ka­ku, auch sei­ne Hin­ter­man­nen über­zeug­ten in Moskau. Mit ih­rem zwei­ten un­ge­fähr­de­ten Sieg ha­ben die Bel­gi­er ih­ren An­spruch, noch lan­ge in Russ­land zu ver­wei­len, un­ter­mau­ert, die­se Bot­schaft dürf­te nach zwei Spie­len und 8:2 To­ren bei den Mit­fa­vo­ri­ten an­ge­kom­men sein. Zu die­sem Kreis zäh­len die „Ro­ten Teu­fel“nun end­gül­tig auch selbst.

Nach dem 3:0 über Pa­na­ma woll­te die Trup­pe von Te­am­chef Ro­ber­to Mar­ti­nez auch ge­gen Tu­ne­si­en, das schon den En­g­län­dern das Le­ben schwer ge­macht hat, so schnell wie mög­lich die Ent­schei­dung her­bei­füh­ren. Die un­ver­än­der­te Stamm­elf – sie steht be­reits seit Mo­na­ten – hielt schon nach drei Mi­nu­ten bei zwei Top­chan- cen. Aber wäh­rend sich die Bel­gi­er zu­recht rüh­men, beim To­re­schie­ßen ent­ge­gen dem Trend die­ser WM oh­ne Stan­dard­si­tua­tio­nen aus­zu­kom­men, war es die­ses Mal ein Elf­me­ter, der das Schüt­zen­fest er­öff­ne­te. Der zu­vor von den Bei­nen ge­hol­te Ka­pi­tän Eden Ha­zard ver­wan­del­te sou­ve­rän (5.).

Dann griff Lu­ka­ku erst­mals nach­hal­tig ins Ge­sche­hen ein, lief sich mus­ter­gül­tig frei und traf nach Zu­spiel von Dries Mer­tens (16.). Dass Tu­ne­si­en ein här­te­rer Bro­cken als Pa­na­ma ist, zeig­te aus­ge­rech­net Bel­gi­en-Le­gio­när Dy­lan Bronn, der prompt zu­rück­schlug (18.).

Der Fa­vo­rit dreh­te nun auf. Lu­ka­kus zwei­ter Streich war ein Lup­fer über Go­a­lie Ben Musta­pha hin­weg (45.+3). Ha­zard leg­te zum 4:1 nach, um­kurv­te da­bei nach Welt­klas­se-Vor­la­ge von Ke­vin De Bruy­ne den tu­ne­si­schen Schluss­mann (51.). Ein­mal mehr zeig­te sich, dass Thier­ry Hen­ry, als Co-Trai­ner der Bel­gi­er für die Of­fen­si­ve zu­stän­dig, aus den ein­zel­nen Stars ei­ne schlag­kräf­ti­ge An­griffs­ein­heit ge­formt hat.

Lu­ka­ku-Er­satz­mann Mi­chy Bats­hu­ayi ver­gab noch zig Hoch­ka­rä­ter (76., 80., 81.), ehe er doch per Vol­ley­schuss traf (90.). Der Schluss­punkt ge­hör­te aber Tu­ne­si­ens Wah­bi Khaz­ri (93.). Nach dem Kan­ter­sieg – Bel­gi­en hat­te noch nie fünf To­re in ei­nem WMSpiel – dür­fen Ha­zard und Co. wohl fürs Ach­tel­fi­na­le pla­nen.

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