Die Beats lö­sen die Wor­te ab

Die Presse am Sonntag - - Lesenhören - THO­MAS KRAMAR

Far­ce: »Die Angst«. Es gibt Klän­ge, die durch ihr Ober­ton­s­pek­trum, das an ei­nen mensch­li­chen Schrei er­in­nert, aber eben doch kei­ner ist, un­heim­lich wir­ken, Angst evo­zie­ren. Wenn die­se Klän­ge dann noch in un­be­hag­li­chen Glis­san­di von Ton zu Ton rut­schen, ist das akus­ti­sche Be­dro­hungs­sze­na­rio per­fekt. Das funk­tio­niert; die Frau, die sich Far­ce nennt, weiß das. Aber um wel­che Angst geht es ihr? „Strip me ba­re of every word“, singt sie, „oh my god, I know it hurts.“Ge­meint ist of­fen­bar die Angst vor dem Ver­lust der Kon­trol­le, der Si­cher­heit, die die Spra­che bringt. Die Angst vor dem Un­be­schreib­ba­ren. Es bricht cir­ca ei­ne Mi­nu­te nach Be­ginn in Form von schnel­len Beats über den Song her­ein, die so un­er­bitt­lich wie ge­schmei­dig sind, die bald kein Wort, kei­ne Stim­me, kei­nen Ge­sang mehr zu­las­sen. „It hurts to let go of ever­y­thing that was“, ist der letz­te Satz. Am En­de bleibt ein ein­sa­mer Pfeif­ton. Fas­zi­nie­ren­de Mi­nia­tur.

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