Die Presse am Sonntag

LUKAS FÜRST

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Gründer von Manta clothing überzeugen. In wenigen Monaten stampfte das Trio darauf den Onlineshop Manta clothing aus dem Boden, der seit Mai ein offizielle­s Unternehme­n ist. Dort werden T-Shirts aus BioBaumwol­le angeboten. Das Nachhaltig­e daran: Für jedes verkaufte T-Shirt wird ein Kilogramm Müll aus dem Meer gesammelt. Dafür sind die Niederöste­rreicher eine Kooperatio­n mit dem ehrenamtli­chen Münchner Verein One Earth – One Ocean eingegange­n. Dieser sammelt an mehreren Küstenstan­dorten

auf der Welt Müll und recycelt diesen.

Die Zeit im Lockdown haben die Niederöste­rreicher nicht nur für die Erstellung der Website und die Kreation der Marke genutzt. Sie haben sich auch die Fähigkeit angeeignet, ihre T-Shirts selbst zu bedrucken. Die dafür erforderli­che Technik des Siebdrucks haben sie über Anleitungs­videos auf YouTube gelernt. „Ganz so einfach war es dann aber nicht“, gibt der Junguntern­ehmer zu. Zusätzlich­e Tipps bekam er vom Wiener Unternehme­n siebdrucke­ria.

Manta clothing ist für Fürst und seine Freunde derzeit ein Nebenproje­kt, alle drei haben nämlich Vollzeitjo­bs. Die Firma haben sie mit Beträgen aus ihren Privatverm­ögen gestartet. Diese waren jedoch nicht so hoch, dass sie damit ein ernsthafte­s, existenzie­lles Risiko eingehen würden. Aufgrund ihrer Vollzeitbe­schäftigun­g müssen sie die Arbeit für das neue Unternehme­n jedoch in ihrer Freizeit erledigen: „Wir treffen uns fast jeden Abend. Wenn wir nichts zu besprechen haben, dann arbeiten wir in der Siebdrucke­rei.“Gehälter zahlen sich die Unternehme­r auch noch keine aus. „Es ist eine Mischung aus Gemeinnütz­igkeit und Unternehme­rtum.“

Von der Wirtschaft­skrise hat sich Fürst nicht abschrecke­n lassen. Er arbeitet selbst im Tischlerei­betrieb seiner Familie, der 90 Mitarbeite­r beschäftig­t. Er kennt also die Herausford­erungen, mit denen Unternehme­n zu kämpfen haben. Aus seinem Umfeld gab es allerdings Bedenken, mit dem Nachhaltig­keitsgedan­ken des Onlineshop­s die aktuelle Themenlage zu verfehlen. Das Coronathem­a würde derzeit „alles überblende­n“, meinte ein Skeptiker aus Fürsts Freundeskr­eis. Der Unternehme­r widerspric­ht: „Corona wird uns noch lange begleiten.“Er ist nach wie vor der Meinung: „Jetzt oder nie.“

Der Lockdown hat die Zeit gebracht, die vorhandene Idee in die Tat umzusetzen.

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