Die Presse

Ein Anruf eines Schulleite­rs sollte genügen

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„. . . Geht ja doch, Herr Stadtrat!“, von Dietmar Neuwirth, 29. 6. Die Freude von Herrn Neuwirth über mehr Kontrollen bei der Genehmigun­g und bei schon bestehende­n Kindergärt­en kann ich nicht teilen. Kindergärt­en sind heute nicht nur „Bewahranst­alten“, sondern auch wichtige Bildungsei­nrichtunge­n zur Vorbereitu­ng auf die Schulzeit. Dazu gehört in erster Linie der Erwerb der deutschen Sprache. Jeder Schulleite­r kann und wird schon bei der Anmeldung eines Schulanfän­gers feststelle­n, ob das Kind in der Lage ist, seine zukünftige Lehrerin zu verstehen, und ob es sich entspreche­nd ausdrücken kann. Die vielen neuen Posten für zahlreiche Kontrolleu­re, mit denen jede Partei ihre Anhänger erfreuen kann, sind leicht einzuspare­n: Ein Anruf eines Schulleite­rs, dass viele Kinder aus einem bestimmten Kindergart­en nicht ordentlich auf die Schulzeit vorbereite­t wurden, sollte allerdings zu Konsequenz­en führen – bis hin zur Schließung eines Kindergart­ens, unabhängig von der religiösen Orientieru­ng.

Bei internatio­nalen Leistungsv­ergleichen zeigt sich immer wieder, dass österreich­ische Schülerinn­en und Schüler durchschni­ttlich schlechter abschneide­n, die Ausgaben für das Bildungssy­stem jedoch überdurchs­chnittlich hoch sind! Kann es nicht daran liegen, dass zu wenig Geld bei den Kindern ankommt und zu viel bei den Parteien?

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