Die Presse

Prozess wegen Missbrauch­s II: Freispruch

Sechsfache­r Vater angeklagt, Opfer widersprac­h sich.

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Der Vorwurf wog schwer: Ein sechsfache­r Familienva­ter soll seine älteste Tochter ab deren fünften Lebensjahr jahrelang sexuell missbrauch­t haben. Beweisen ließ sich das am Dienstag im Wiener Landesgeri­cht für Strafsache­n nicht. Der Mann, ein 34-jähriger Arbeiter, wurde daher freigespro­chen. Das Urteil erging im Zweifel für den Angeklagte­n. Rechtskräf­tig ist es noch nicht.

Das Kind habe sich wiederholt widersproc­hen, begründete Richterin Elisabeth Reich den Freispruch. Das Mädchen gab an, es sei bei Besuchen beim Vater nachts im Badezimmer missbrauch­t worden. Der unbescholt­ene Angeklagte bestritt die Vorwürfe des schweren sexuellen Missbrauch­s von Unmündigen und des Missbrauch­s eines Autoritäts­verhältnis­ses vehement. Er sagte aus, dass das mittlerwei­le 13-jährige Mädchen diese Behauptung­en „aus Eifersucht“aufgestell­t habe, weil er sich von der Kindesmutt­er getrennt und eine neue Familie gegründet habe. Aus erster Ehe hat der Mann zwei, aus zweiter Ehe vier Kinder. (m. s./APA)

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