The Sound of Christ­mas

Es muss nicht im­mer al­les gleich blei­ben. Aber schön kann es schon sein, wenn es ähn­lich klingt.

Die Presse - - MENSCHEN/VERANSTALTUNGEN - VON FRIEDERIKE LEIBL E-Mails an: friederike.leibl-buer­[email protected]­se.com

Die­se

Band hat es im­mer schon ge­ge­ben, im Sinn des per­sön­li­chen Im­mer, al­so seit dem Mo­ment, in dem Mu­sik et­was wur­de, was dem Le­ben ei­nen schnel­le­ren Herz­schlag gab. Al­le paar Jah­re brin­gen sie ein neu­es Al­bum her­aus, und schon nach we­ni­gen Tak­ten weiß man, dass sie es sind. Sie sind un­ver­wech­sel­bar.

Sie klin­gen im­mer gleich, sa­gen man­che. Das kann ein Vor­wurf sein, aber auch ein Kom­pli­ment. Denn das, was man mag, darf gern so blei­ben, wie es ist. An die­sem An­spruch von Fans kön­nen Mu­si­ker ver­zwei­feln, die sich ver­än­dern wol­len und für den Aus­bruch aus der Ver­gan­gen­heit mit Lie­bes­ent­zug be­straft wer­den. Man­che neh­men ih­re Ver­gan­gen­heit mit auf die Rei­se.

Wie kann man gern im Glei­chen ver­har­ren? Das fällt ei­nem ein, als man un­ge­wollt in ei­ne Dis­kus­si­on über das rich­ti­ge Re­zept für Va­nil­le­kip­ferln stol­pert. Die Ha­sel­nuss­frak­ti­on ver­hakt sich ge­ra­de in die Man­del­frak­ti­on, und es geht ei­gent­lich gar nicht mehr dar­um, wer recht hat, son­dern dass die Weih­nachts­bä­cke­rei ge­nau­so schme­cken muss, wie sie zu schme­cken hat, und das ist für je­den so, wie es im­mer war. Wenn die Er­in­ne­rung ei­ne gu­te ist.

Das Be­wah­ren­de und das Re­vo­lu­tio­nä­re sind rund um Weih­nach­ten in ei­nem Dau­er­wett­streit. Das Ri­tu­al ist wich­tig – weil es im­mer schön so war, weil auch wei­ter­lebt, was nicht mehr ist, weil es Halt gibt und Si­cher­heit, weil klar ist, wel­cher Schritt auf den an­de­ren folgt. Zu­erst das Glöck­chen, dann die Wun­der­ker­zen, dann das Lied. Wenn Er­war­tun­gen und Freu­de und Schmerz, auch we­gen der Men­schen, die nicht mehr da sind, zu­sam­men­tref­fen, ist es gut, ei­nem Dreh­buch fol­gen zu kön­nen.

Den­noch darf es ein we­nig um­ge­schrie­ben wer­den. Es geht um den Sound. Ganz so wie bei der Mu­sik.

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