Mas­ken­tä­ter auf der Flucht

Bank­raub. Nach dem Über­fall auf ei­ne Bank in Wi­ens Ci­ty star­te­te ei­ne Groß­fahn­dung. Der an­ge­schos­se­ne Wach­mann ist au­ßer Le­bens­ge­fahr.

Die Presse - - ÖSTERREICH - VON MANFRED SEEH

Don­ners­tag­früh. Er dringt noch vor acht Uhr, noch vor der Öff­nung der De­niz-Bank, in das In­sti­tut ein. Er nutzt das Ein- und Aus­ge­hen des Rei­ni­gungs­per­so­nals, um ins In­ne­re zu ge­lan­gen. Und for­dert von den drei An­ge­stell­ten Geld. Die­ses packt er in ein ei­gens mit­ge­brach­tes knall­grü­nes Öko­sa­ckerl und flieht. Auf der Flucht ver­letzt er ei­nen Se­cu­ri­ty­Mit­ar­bei­ter der Bank schwer.

Der Rei­he nach: Tat­ort des Über­falls war die De­niz-Bank-Fi­lia­le am Kärnt­ner Ring 14, al­so ei­ne Adres­se mit­ten in der Wie­ner In­nen­stadt. Beim Über­fall rich­te­te der Tä­ter, ein et­wa 30-jäh­ri­ger Mann, ei­ne Pis­to­le auf die An­ge­stell­ten. Er for­der­te Bar­geld. Da­bei sprach er Deutsch. Mög­li­cher­wei­se sprach er Wie­ner Dia­lekt. Das er­zähl­ten spä­ter die An­ge­stell­ten der Po­li­zei. Wirk­lich be­stä­ti­gen konn­ten sie es aber nicht. Der Mann dürf­te ei­ne La­tex­mas­ke ge­tra­gen ha­ben. Dies lässt sich aus Bil­dern der Über­wa­chungs­ka­me­ra schlie­ßen. „Ver­mut­lich mit La­tex­mas­ke mas­kiert“, teil­te die Po­li­zei mit.

Je­den­falls floh der Tä­ter mit dem Fahr­rad. Laut Po­li­zei ver­such­te ein 30-jäh­ri­ger Se­cu­ri­ty-Mann, den da­von­ra­deln­den Mann an der Flucht zu hin­dern. Es sei da­bei, so teil­te die Po­li­zei mit, „zu ei­nem Hand­ge­men­ge ge­kom­men“. Der Tä­ter zog er­neut sei­ne Pis­to­le und feu­er­te. Der Wach­mann wur­de am Ober­schen­kel ge­trof­fen.

Der Räu­ber fuhr Rich­tung Künst­ler­haus da­von. Laut „Pres- se“-Qu­el­len, die sich auf die Bil­der von Über­wa­chungs­ka­me­ras be­zie­hen, sei es aber frag­lich, ob es tat­säch­lich ein Hand­ge­men­ge ge­ge­ben hat. Der Tä­ter ha­be ge­feu­ert, weil er den Wach­mann ge­se­hen ha­be und weil er die­sen au­ßer Ge­fecht set­zen woll­te, hieß es.

Wie auch im­mer: Der Wach­mann wur­de in ein Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Er ist au­ßer Le­bens­ge­fahr. Und der Tä­ter war zu­letzt noch auf der Flucht.

Mög­li­cher­wei­se hilft sei­ne Auf­ma­chung da­bei, ihn aus­zu­for­schen: Er trug ei­nen dunk­len Man­tel, ein dunk­les Hals­tuch, ein blau­grau­es Hemd, über dem Hemd ei­nen schwar­zen Gurt in der Mit­te des Ober­kör­pers. Und auf dem Kopf trug er ei­ne auf­fäl­li­ge weiß­schwarz-graue Lap­p­land­müt­ze. Hin­wei­se er­bit­tet die Po­li­zei un­ter der Te­le­fon­num­mer (01) 31310 33 8000. Und: 2000 Eu­ro Be­loh­nung für Hin­wei­se zur Er­grei­fung des Tä­ters wur­den aus­ge­lobt.

Laut Kri­mi­nal­sta­tis­tik (sie­he Gra­fik) ist zu­letzt die Zahl der Bank­über­fäl­le kon­ti­nu­ier­lich ge­sun­ken. Das hat fol­gen­de Grün­de: Die Si­che­rungs­maß­nah­men in den Ban­ken wur­den ver­bes­sert. Die Ban­ken „la­gern“nur noch re­la­tiv we­nig Bar­geld im Kun­den-/Kas­sen-Be­reich (ho­he Bar­geld­sum­men wä­ren auch nicht von den Ver­si­che­run­gen ge­deckt). Und: Die Auf­klä­rungs­quo­te liegt zwi­schen 60 und 70 Pro­zent. Kurz­um: Ein Bank­über­fall lohnt sich für die Tä­ter nicht mehr.

[ APA/Hoch­muth ]

[ LPD Wi­en ]

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