Ge­sprä­che: Ato­mic bald in chi­ne­si­scher Hand

De­al. Die EU will chi­ne­si­sche Über­nah­men er­schwe­ren. Aber der De­al um Ato­mics fin­ni­sche Mut­ter dürf­te bald durch sein.

Die Presse - - FINANZEN -

Der Flirt zwi­schen dem fin­ni­schen Sport­kon­zern Amer Sports Oyj und ei­nem chi­ne­si­schen Kon­sor­ti­um un­ter der Füh­rung von An­ta Sports Pro­ducts wird ernst. Die bei­den Un­ter­neh­men wür­den kurz vor ei­ner Ei­ni­gung für ei­ne Über­nah­me ste­hen, be­rich­te­te Bloom­berg am Don­ners­tag.

Der De­al könn­te ein Vo­lu­men von rund 4,7 Mrd. Eu­ro er­rei­chen. Die Ver­hand­lun­gen sei­en in der letz­ten Pha­se, es ge­he nur noch um De­tails. Ei­ne of­fi­zi­el­le Stel­lung­nah­me aus Chi­na gab es am Don­ners­tag aber nicht. Das chi­ne­si­sche Kon­sor­ti­um be­müht sich seit Mo­na­ten um die fin­ni­sche Grup­pe, zu der auch Sa­lo­mon, Peak Per­for­mance, Arc’te­ryx und die Ten­nis-Mar­ke Wil­son ge­hö­ren. Im Kon­sor­ti­um fin­den sich auch der chi­ne­si­sche In­ter­ne­trie­se Ten­cent Hol­dings so­wie der Mil­li­ar­där Chip Wil­son, Grün­der der Yo­gaMar­ke Lu­lu­le­mon. An­ta wird ak­tu­ell mit rund 10 Mrd. Eu­ro be­wer­tet.

2022 Win­ter­spie­le in Pe­king

Das In­ter­es­se an ei­ner Über­nah­me der fin­ni­schen Fir­ma kommt auch da­her, weil der chi­ne­si­sche Staat sei­ne Fir­men an­ge­wie­sen hat, die Win­ter­sport­kom­pe­tenz aus­zu­bau­en. Kei­ne schlech­te Nach­richt für den Salz­bur­ger Ski­her­stel­ler Ato­mic, fin­den doch 2022 die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le in Pe­king statt.

Was den Sport-De­al nicht un­be­dingt be­tref­fen dürf­te: Längst sorgt sich die Po­li­tik in Eu­ro­pa über zu viel Ein­fluss aus Chi­na. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ha­ben chi­ne­si­sche In­ves­to­ren Mil­li­ar­den in den Kauf eu­ro­päi­scher Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men in­ves­tiert.

Vie­le Ge­schäf­te – et­wa die Über­nah­me des deut­schen Ro­bo­ter­bau­ers Ku­ka – wa­ren höchst um­strit­ten. Am gest­ri­gen Don­ners­tag be­sie­gel­ten die EU-Mit­glied­staa­ten dar­um den Auf­bau ei­nes neu­en Schutz­me­cha­nis­mus ge­gen In­ves­to­ren aus dem Aus­land.

Künf­tig soll es im Rah­men die­ses For­eign Di­rect In­vest­ment Scree­nings mög­lich sein, Über- nah­men von EU-Un­ter­neh­men in si­cher­heits­re­le­van­ten Be­rei­chen zu prü­fen und ge­ge­be­nen­falls auch zu ver­hin­dern. Kon­kret geht es da­bei um In­ves­ti­tio­nen in „kri­ti­sche In­fra­struk­tur“(Ener­gie, Trans­port, Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­on und Fi­nanz) und „kri­ti­sche Tech­no­lo­gi­en“wie Halb­lei­ter, Ro­bo­tik und künst­li­che In­tel­li­genz.

Neu­er EU-Plan ge­gen Chi­na

Der­zeit ver­fügt nur et­was we­ni­ger als die Hälf­te der 28 Mit­glied­staa­ten, dar­un­ter Ös­ter­reich, über Ge­set­ze, die Kon­trol­len aus­län­di­scher Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen vor­se­hen. Die­se Län­der sind nun an­ge­hal­ten, ent­spre­chen­de na­tio­na­le Ge­set­ze zu er­las­sen und auch die Be­den­ken der an­de­ren EU-Mit­glied­staa­ten zu hö­ren.

„Nicht je­der In­ves­tor ist ein freund­li­cher In­ves­tor, und nicht im­mer ist Part­ner­schaft auf Au­gen­hö­he die Haupt­mo­ti­va­ti­on für ei­nen Markt­ein­tritt. Oft­mals geht es schlicht um Tech­no­lo­gie- und Know-how-Trans­fer, und das wol­len wir un­ter­bin­den“, sag­te Ös­ter­reichs Wirt­schafts­mi­nis­te­rin, Mar­ga­re­te Schram­böck (ÖVP): „Ei­ne Un­ter­wan­de­rung un­se­rer Stan­dards oder gar ein Aus­ver­kauf un­se­rer sen­si­blen Wirt­schafts­be­rei­che kann nicht im In­ter­es­se ei­nes star­ken eu­ro­päi­schen Wirt­schafts­stand­or­tes sein.“(jil/au­er)

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