Al­ko-Len­ker fuhr al­ko­ho­li­siert zur Po­li­zei: „Dop­pel­stra­fe“hält

Höchst­ge­richt. Ver­wal­tungs­ge­richts­hof lässt Wie­der­ho­lungs­tä­ter beim zwei­ten An­lauf ab­blit­zen: Mehr­fa­che Be­stra­fung war ge­recht­fer­tigt.

Die Presse - - RECHTSPANORAMA - VON BE­NE­DIKT KOMMENDA

Ei­nen we­gen al­ko­ho­li­sier­ten Fah­rens ab­ge­nom­me­nen Füh­rer­schein un­ter Al­ko­hol­ein­fluss mit dem Au­to von der Po­li­zei ab­ho­len zu wol­len ist vi­el­leicht doch kei­ne so gu­te Idee. Ein Mann, der das ver­sucht hat, ist jetzt mit ei­ner Be­schwer­de ge­gen sei­ne gleich mehr­fa­che Be­stra­fung vor dem Ver­wal­tungs­ge­richts­hof ab­ge­blitzt. Der Al­koLen­ker hat­te auch sei­ne Stra­fe dop­pelt ge­se­hen, wo­mit sei­ner Mei­nung nach das Ver­bot der zwei­fa­chen Ver­fol­gung ein und des­sel­ben De­likts ver­letzt wor­den sei.

Es war nicht die ein­zi­ge Ver­dop­pe­lung im skur­ri­len Streit. So hat­te der Fall be­reits ei­ne Vor­ge­schich­te beim VwGH, in der dem Mann noch mehr Er­folg be­schie­den war (s. Rechtspanorama vom 18. Ju­ni 2018). Dem Au­to­fah­rer wa­ren in der Nacht auf den 26. Mai 2017 ein Au­to­schlüs­sel und der Füh­rer­schein vor­läu­fig ab­ge­nom­men wor­den, weil er al­ko­ho­li­siert am Steu­er er­wischt wor­den war. Tags dar­auf fuhr er mit dem Au­to zur Po­li­zei, um sei­nen Füh­rer­schein zu be­he­ben; er er­fuhr je­doch, dass das Do­ku­ment bei der Be­zirks­haupt­mann­schaft sei.

Des­halb ent­schloss sich der Mann, zu die­ser Be­hör­de zu fah­ren; un­ter­wegs dort- hin wur­de er – wohl nicht ganz zu­fäl­lig – von der Po­li­zei an­ge­hal­ten und zum Al­ko­test auf­ge­for­dert. Die­ser er­gab ei­nen Al­ko­hol­ge­halt von ver­bo­te­nen 0,41 mg/l Atem­luft. Dar­auf­hin wur­de der Mann be­straft, und zwar so­wohl für die Fahrt zur Po­li­zei als auch für die Wei­ter­fahrt zur Be­zirks­haupt­mann­schaft, noch da­zu je­weils so­wohl we­gen Len­kens oh­ne Füh­rer­schein als auch we­gen Al­ko­hol am Steu­er.

Im ers­ten An­lauf drang der Mann beim VwGH noch mit der Ar­gu­men­ta­ti­on durch, das Lan­des­ver­wal­tungs­ge­richt OÖ hät­te zu sei­nem Fall ei­ne münd­li­che Ver­hand­lung ab­hal­ten müs­sen. Denn die­se wä­re auch nach An­sicht des VwGH nö­tig ge­we­sen, um zu er­ör­tern, ob die bei­den Fahr­ten ei­nem ein­heit­li­chen Ge­samt­vor­satz ent­spran­gen und da­her nur ein­fach (wenn auch we­gen zwei­er De­lik­te) zu be­stra­fen wa­ren oder ob da­zwi­schen ein neu­er Wil­lens­ent­schluss lag.

Auch in der nach­ge­hol­ten Ver­hand­lung konn­te das Ver­wal­tungs­ge­richt kei­nen Ge­samt­vor­satz er­ken­nen; der VwGH sah eben­falls kei­nen Rechts­man­gel mehr und wies die er­neu­te Re­vi­si­on zu­rück (Ra 2018/ 02/0331). Die vier Stra­fen sind rechts­kräf­tig.

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