„In Ös­ter­reich ist Hand­ball kein Volks­sport“

Hand­ball-WM. Die Nie­der­la­ge ge­gen Chi­le war ein Be­leg da­für, dass Ös­ter­reich auf dem Weg zu ei­ner Top­na­ti­on noch viel Ar­beit be­vor­steht.

Die Presse - - SPORT - Aus Herning be­rich­tet CHRISTOPH GASTINGER

Auch am Tag nach der er­nüch­tern­den 24:32-Nie­der­la­ge ge­gen Chi­le bei der Welt­meis­ter­schaft im dä­ni­schen Herning herrsch­te Fas­sungs­lo­sig­keit im La­ger der ös­ter­rei­chi­schen Hand­bal­ler. Te­am­chef, Spie­ler und Sport­di­rek­tor, sie al­le such­ten nach Ant­wor­ten auf die be­las­ten­den Fra­gen. „War die Angst, zu ver­lie­ren, zu groß? Ha­ben wir uns zu stark ein­ge­schätzt?“Te­am­chef Pat­re­kur Jo­han­nes­son´ rät­sel­te, für den Is­län­der stand mit et­was Ab­stand aber ei­nes fest: „Wir ha­ben mit an­ge­zo­ge­ner Hand­brem­se im Kopf ge­spielt. Es kann nicht sein, dass wir plötz­lich so schlecht sind.“

Tat­säch­lich war es ei­nes der schwächs­ten, wenn nicht so­gar das schwächs­te Län­der­spiel der jün­ge­ren Ge­schich­te der ÖHB-Män­ner.

Der Nie­der­la­ge liegt ein kol­lek­ti­ves rot-weiß-ro­tes Ver­sa­gen zu­grun­de. An­ders ist ei­ne der­art ho­he Nie­der­la­ge ge­gen Chi­le, das den erst zwei­ten Sieg ge­gen ei­ne eu­ro­päi­sche Mann­schaft bei ei­ner WM nach dem 32:28 ge­gen Weiß­russ­land vor zwei Jah­ren ge­fei­ert hat, nicht zu er­klä­ren. „Die­ses Spiel war ein Schritt zu­rück. Ich hät­te ge­dacht, dass wir wei­ter sind“, er­klär­te der ehe­ma­li­ge Na­tio­nal­team­spie­ler Con­ny Wilc­zyn­ski, in Herning als TV-Ex­per­te vor Ort.

Ein Jahr vor der län­der­über­grei­fen­den Heim-Eu­ro­pa­meis­ter­schaft in Ko­ope­ra­ti­on mit Schwe­den und Nor­we­gen drückt die Mo­ment­auf­nah­me auf das Ge­müt, da­bei ha­ben Ös­ter­reichs Hand­bal­ler in der ver­gan­ge­nen De­ka­de Be­acht­li­ches ge­leis­tet. Nach der EM 2010 im ei­ge­nen Land qua­li­fi­zier­te sich das ÖHB-Team in­klu­si­ve der mo­men­tan lau­fen­den WM für fünf Groß­er­eig­nis­se. „Wir wer­den mitt­ler­wei­le wahr­ge­nom­men“, be­merkt Sport­di­rek­tor Patrick Föl­ser. Die HeimEM vor neun Jah­ren hat­te un­be­strit­ten ei­nen po­si­ti­ven Ef­fekt.

Da­mals von ei­nem ech­ten Boom zu spre­chen wä­re wohl et­was über­trie­ben, aber: „Wir konn­ten un­se­ren Sport vie­len Men­schen nä­her­brin­gen, es wur­de über Hand­ball ge­spro­chen.“Mit den

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