Russ­lands Ju­bel sorgt für Är­ger

Bi­ath­lon. Der über­führ­te Do­ping­sün­der Alex­an­der Lo­gi­now ge­wann in Ober­hof auch mit der Staf­fel, Mar­tin Four­ca­de sprach von ei­ner „Schan­de“. Ös­ter­reich wur­de Drit­ter.

Die Presse - - SPORT -

Mit zwei Er­fol­gen für Russ­land ist der Bi­ath­lon-Welt­cup in Ober­hof zu En­de ge­gan­gen. In den ab­schlie­ßen­den, von et­li­chen Stür­zen ge­präg­ten Staf­fel­be­wer­ben fei­er­ten so­wohl die rus­si­schen Frau­en als auch im An­schluss die Män­ner ei­nen kla­ren Sieg. Tobias Eber­hard, Si­mon Eder, Dominik Lan­der­tin­ger und Ju­li­an Eber­hard be­leg­ten nach ei­ner Auf­hol­jagd mit ei­ner Straf­run­de (sie­ben Nach­la­der) hin­ter Frank­reich (+1:01,1 Min.) Platz drei (+2:18,6). Es war der drit­te Po­dest­platz für Ös­ter­reich in die­sem Win­ter. „Für so ei­nen Er­folg braucht es al­le vier. So wie es ge­lau­fen ist, hat es ge­nau ge­passt“, sag­te Eder.

Den rus­si­schen Män­ner-Sieg (kei­ne Straf­run­de) ins Ziel brach­te Alex­an­der Lo­gi­now. Der 26-Jäh­ri­ge hat­te be­reits am Frei­tag den Sprint ge­won­nen und da­mit ei­ne hit­zi­ge Dis­kus­sio­nen aus­ge­löst. „Für mich ist es ei­ne Schan­de“, er­klär­te Su- per­star Mar­tin Four­ca­de. „Er hat ge­won­nen, aber mei­nen Re­spekt be­kommt er nicht.“Der Fran­zo­se gilt als lau­ter und ent­schie­de­ner Kämp­fer ge­gen Do­ping im Bi­ath­lon und echauf­fier­te sich über den ers­ten Welt­cup­er­folg des über­führ­ten Do­ping­sün­ders Lo­gi­now. Der 26-Jäh­ri­ge war 2014 po­si­tiv auf EPO ge­tes­tet und für zwei Jah­re ge­sperrt wor­den. Lo­gi­now selbst woll­te sich zu sei­ner dunk­len Ver- gan­gen­heit nicht mehr äu­ßern. „Ich den­ke nicht mehr dar­an, ich will nur lau­fen“, sag­te der Rus­se.

Am 22. Jän­ner wird un­ter­des­sen die Welt-An­tido­ping-Agen­tur (Wa­da) über die Wie­der­zu­las­sung der rus­si­schen An­tido­ping-Agen­tur (Rusa­da) ent­schei­den. Seit ei­ni­gen Ta­gen un­ter­sucht ein Ex­per­ten­Team der Wa­da in der rus­si­schen Haupt­stadt die Da­ten des Mos­kau­er La­bors. Dies war ei­ne der Be­din­gun­gen für die Re­ha­bi­li­ta­ti­on, der Zu­gang hat­te sich je­doch ver­zö­gert. Die Ori­gi­nal-Da­ten sind wich­tig, um die Er­geb­nis­se ei­ner ers­ten Aus­wer­tung – die Agen­tur hat­te 2018 ei­ne Ko­pie von ei­nem Whist­leb­lo­wer zu­ge­spielt be­kom­men – zu be­stä­ti­gen: Dem­nach sol­len 9000 Do­ping-Pro­ben aus den Jah­ren 2011 bis 2015 ver­däch­tig ge­we­sen sein und von rund 4000 Sport­lern stam­men. (swi)

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