Staats­män­ni­sche Al­lü­ren lang­sam ab­le­gen

Die Presse - - DEBATTE - 1190 Wi­en E-Mails an: de­bat­[email protected]­pres­se.com

pa­läs­ten die sim­plis­tisch frem­den­has­sen­den Po­pu­lis­ten, die Br­ex­i­teers und Do­nald Trump.

Pro­test­be­we­gun­gen und Wi­der­stand ge­gen die Mäch­ti­gen sind ein in­te­gra­ler Teil der li­be­ra­len De­mo­kra­tie. Aber auf der an­de­ren Sei­te die­ser Me­dail­le fin­den sich De­bat­te, Kom­pro­miss und letzt­end­lich de­mo­kra­ti­sche Ent­schei­dun­gen mit dem Ziel, die Ge­sell­schaft ge­mein­sam und kon­struk­tiv in bes­se­re Bah­nen zu len­ken. Pro­test oh­ne Chan­ce auf Pro­blem­lö­sung liegt nicht in der Na­tur der De­mo­kra­tie. Wir le­ben in ei­ner Zeit, in der je­de/r mit ei­ner For­de­rung, aber auch mit psy­cho­lo­gisch auf­fäl­li­gen Hass­ge­füh­len ein Me­ga­fon hat: so­zia­le Me­di­en.

Es ist ei­ne gi­gan­ti­sche Her­aus­for­de­rung für Po­li­ti­ker, de­nen wirk­lich an der Lö­sung der ge­sell­schaft­li­chen Pro­ble­me liegt, wie­der zu je­nen zu spre­chen, die nur ge­lernt ha­ben, sich prin­zi­pi­ell ge­gen al­les und je­des zu stel­len, aber kei­ne Zie­le oder gar Lö­sungs­vor­schlä­ge zur Hand ha­ben. „. . .Er­neue­rung der Re­pu­blik“, Gast­kom­men­tar von Andre­as Khol, 4.1. Beim Le­sen von Herrn Fi­schers „Es­say“(Selbst­be­zeich­nung) „Wo­her und Wohin“(KZ 29.12) fällt ei­nem Al­f­red Gu­sen­bau­ers Zi­tat vom „üb­li­chen Ge­su­de­re“sei­ner Par­tei­ge­nos­sen ein. Der Ex-BP, der das Amt nie im über­par­tei­li­chen Sin­ne aus­ge­übt hat, ver­sucht auch hier, dem links­li­be­ra­len Main­stream fol­gend, das Bild ei­nes neu­en fa­schis­ti­schen Stän­de­staa­tes, auf den die jet­zi­ge Re­gie­rung zu­steue­re, her­auf­zu­be­schwö­ren.

Ler­nen aus der Ge­schich­te! Da­mit lie­ßen sich ja all die war­nen­den Stim­men von „Künst­lern und Schrift­stel­lern“, auf die die Re­gie­rung sei­ner Mei­nung nach hö­ren soll­te, recht­fer­ti­gen.

Um die Beur­tei­lung der heu­ti­gen po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se („Ge­ne­ra­ti­on“) durch die Nach­welt braucht sich der Au­tor kei­ne Sor­gen mehr zu ma­chen, und auch sonst emp­fiehlt es sich, die staats- män­ni­schen Al­lü­ren lang­sam ab­zu­le­gen und all­mäh­lich zur Ru­he zu kom­men, denn je­de Rol­le er­schöpft sich ein­mal.

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