Ve­r­al­lia geht in Pa­ris an die Bör­se

Der fran­zö­si­sche Glas­her­stel­ler hofft, bis zu sechs Mil­li­ar­den Eu­ro zu lu­krie­ren.

Die Presse - - FINANZEN -

Das Nu­tel­la-Glas, die Fla­sche Dom Pe­ri­gnon´ und der Ro­se­wein´ Mi­ra­val – sie al­le ha­ben ei­ne Ge­mein­sam­keit: Die Glas­be­häl­ter für die Pro­duk­te wer­den von Eu­ro­pas größ­tem Her­stel­ler, Ve­r­al­lia, in Frank­reich pro­du­ziert. Das Un­ter­neh­men ist die Num­mer drei in sei­nem Be­reich welt­weit und star­tet nun die Ak­ti­en­emis­si­on an der Bör­se Eu­ronext. „Der Bör­sen­gang wird der größ­te in Frank­reich in die­sem Jahr und ei­ner der größ­ten der ver­gan­ge­nen Jah­re“, kün­dig­te Ve­r­al­lia-Chair­man und CEO Mi­chel Gi­an­nuz­zi in Pa­ris an. Die Bör­sen­auf­sicht Au­to­ri­te´ des mar­ches´ fi­nan­ciers hat gera­de die Ge­neh­mi­gung er­teilt.

Laut Schät­zun­gen könn­te der Bör­sen­wert bei 4,5 Mil­li­ar­den Eu­ro lie­gen, aber auch über ei­nen Wert von bis zu sechs Mil­li­ar­den Eu­ro wur­de schon spe­ku­liert. Ve­r­al­lia rech­net da­mit, in den nächs­ten Wo­chen an die Bör­se zu ge­hen, ab­hän­gig vom Ka­pi­tal­markt­kli­ma. De­tails über den Wert der Ak­tie wer­den dann be­kannt. Bis­her hieß es nur, dass die bei­den gro­ßen Ak­tio­nä­re Apol­lo und die staat­li­che In­ves­ti­ons­bank Ban­que Pu­bli­que d´In­ves­tis­se­ment (BPI) die Kon­trol­le über die Grup­pe be­hal­ten wol­len. Der US-Fonds Apol­lo hält bis­her 90 Pro­zent, BPI zehn Pro­zent der An­tei­le.

Das Port­fo­lio von Ve­r­al­lia ist um­fang­reich, zu den Kun­den ge­hö­ren die Lu­xus­grup­pe LVMH mit dem Cham­pa­gner Dom Pe­ri­gnon´ so­wie auch Co­gnac Hen­nes­sy, Per­nod Ri­card oder Wod­ka Bel­ve­de­re. Auch im Nah­rungs­mit­tel­be­reich ist Ve­r­al­lia ak­tiv und be­stückt ne­ben Fer­re­ro die Mar­me­la­de Bon­ne Ma­man.

Der Wan­del zu mehr Nach­hal­tig­keit kommt dem Un­ter­neh­men ge­le­gen. Kunst­stoff ist we­ni­ger ge­fragt, „Glas ist zu­rück“, war die gro­ße Bot­schaft, die Ve­r­al­lia jetzt ver­kün­de­te. Das 1827 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men ge­hör­te bis 2015 zum fran­zö­si­schen Bau­stoff­spe­zia­lis­ten Saint-Go­bain. Ein Bör­sen­gang war im Jahr 2011 schon ein­mal an­vi­siert, dann aber ab­ge­sagt wor­den. „Das Um­welt­be­wusst­sein hat sich ver­stärkt, Plas­tik wird als Ver­schmut­zer wahr­ge­nom­men, Glas da­ge­gen als no­bles Ma­te­ri­al“, so Gi­an­nuz­zi. Al­ler­dings wer­den Wein- und Cham­pa­gner­fla­schen noch nicht mehr­fach be­nutzt, son­dern kom­men ins Re­cy­cling. (ag.)

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