BIZ ist „be­un­ru­higt“

Die Bank für In­ter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich stößt sich an der Ak­zep­tanz der Ne­ga­tiv­zin­sen.

Die Presse - - ECONOMIST -

Die Ak­zep­tanz von Ne­ga­tiv­zin­sen hat der Bank für In­ter­na­tio­na­len Zah­lungs­aus­gleich (BIZ) zu­fol­ge ein Ni­veau er­reicht, das „et­was be­un­ru­hi­gend“ist. Es sei be­denk­lich, wenn das Un­denk­ba­re zur Rou­ti­ne wer­de, sag­te BIZChef­öko­nom Clau­dio Bo­rio.

Der jüngs­te Schwenk der Zen­tral­ban­ken zu­rück zu un­ter­stüt­zen­den Maß­nah­men ha­be den Wert von An­lei­hen, die ne­ga­ti­ve Zin­sen auf­wei­sen, auf mehr als 17 Bio. Dol­lar an­schwel­len las­sen. Der BIZ zu­fol­ge ent­spricht das in et­wa 20 Pro­zent des glo­ba­len BIP.

Die in Ba­sel an­säs­si­ge BIZ wird häu­fig als Bank der Zen­tral­ban­ken be­zeich­net. Sie gilt als Denk­schmie­de für die in­ter­na­tio­na­le Geld­po­li­tik. An­fang 2019 hat­te sie noch die Wäh­rungs­hü­ter auf­ge­for­dert, ih­re ver­füg­ba­ren Mit­tel spär­lich ein­zu­set­zen. Doch die Ab­küh­lung der Welt­wirt­schaft hat Zen­tral­ban­ken zur Lo­cke­rung ih­rer Geld­po­li­tik ver­an­lasst. So senk­te die US-No­ten­bank Fed erst am Mitt­woch ih­re Zin­sen er­neut und hielt sich die Tür für ei­ne wei­te­re Lo­cke­rung of­fen.

Kurz zu­vor schnür­te die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) ein Pa­ket zur Stüt­zung der Wirt­schaft, das un­ter an­de­rem ei­ne wei­te­re Zins­sen­kung und er­neu­te An­lei­he­käu­fe ent­hält. Ban­ken in der Eu­ro­Zo­ne müs­sen nun ei­nen Straf­zins von 0,5 Pro­zent zah­len, wenn sie Gel­der bei der EZB par­ken. Meh­re­re No­ten­bank-Chefs se­hen die neu­en Schrit­te skep­tisch. (APA/est)

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