Bus­se als Teil der Lö­sung ge­gen den Kli­ma­wan­del

Un­ter­neh­men. Am Land stel­len Au­to­bus­se das Gros des öf­fent­li­chen Ver­kehrs, sagt Lud­wig Richard. Au­to­no­mes Fah­ren und al­ter­na­ti­ve An­trie­be wer­den zum The­ma.

Die Presse - - AUSTRIA’19 -

Die Ge­schich­te des in Wi­en be­hei­ma­te­ten Bus­un­ter­neh­mens Dr. Richard geht bis zum En­de des Zwei­ten Welt­krie­ges zu­rück. „Mein Groß­va­ter grün­de­te da­mals ein Un­ter­neh­men zur Gü­ter­be­för­de­rung. Aber schon nach kur­zer Zeit hat er auf den Per­so­nen­trans­port um­ge­schwenkt“, sagt der ak­tu­el­le Fir­men­chef Lud­wig Richard. Und wäh­rend sich an­de­re Bus­fir­men vor al­lem auf die wäh­rend des Auf­schwungs po­pu­lär wer­den­den Aus­flugs­fahr­ten kon­zen­trier­ten, setz­te Richard schon bald auf Li­ni­en. „Da­mit hat er viel wirt­schaft­li­chen Weit­blick be­wie­sen“, so sein En­kel.

Denn vor al­lem die Re­gio­nal­li­ni­en aus dem Bur­gen­land und der Ost­stei­er­mark Rich­tung Wi­en wur­den auf­grund der sich ver­dich­ten­den Pend­ler­strö­me be­liebt. Und auch in den Wie­ner Au­ßen­be­zir­ken be­gann das Un­ter­neh­men ver­hält­nis­mä­ßig früh, Bus­li­ni­en zu be­trei­ben. „Zu­erst ha­ben vie­le ge­sagt, der Richard fährt ja auf der grü­nen Wie­se. Mit den Jah­ren wur­de das aber im­mer mehr Teil der Stadt“, so Fir­men­chef Richard. Den Durch­bruch brach­te ein Ver­trag mit der Stadt Wi­en En­de der 1960er-Jah­re. Seit­her sind al­le Richard-Li­ni­en in Wi­en Teil des Wie­ner Li­ni­en-Net­zes.

Et­wa ein Vier­tel al­ler Li­ni­en­bus­se in Wi­en wer­den heu­te von sei­nem Un­ter­neh­men be­trie­ben, sagt Richard. Für die Pas­sa­gie­re ist das aber in der Re­gel nicht er­sicht­lich, da der Bus von au­ßen gleich aus­sieht. Nur am Heck steht der Fir­men­na­me.

Auf­fäl­li­ger sind da schon die Bus­se im Re­gio­nal­ver­kehr. In Sum­me be­treibt die Fir­ma mehr als 950 Bus­se. Da­zu ge­hö­ren auch je­ne 50 Dop­pel­stock­bus­se, die als Flix­bus in Ös­ter­reich und der Schweiz be­trie­ben wer­den. „Die­se Fern­bus­se sind für uns auch span­nend, weil wir hier bei den Prei­sen und dem Pro­dukt noch Gestal­tungs­spiel­raum ha­ben“, so Richard. Die Li­ni­en­bus­se in­ner­halb der Ver­kehrs­ver­bün­de wer­den hin­ge­gen aus­ge­schrie­ben, wes­halb vie­le Kri­te­ri­en be­reits vor­ge­ge­ben sind.

Den­noch kün­di­gen sich auch in der Bus­bran­che zur Zeit gro­ße Um­wäl­zun­gen an. Grund da­für ist nicht zu­letzt der Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del. „Beim The­ma öf­fent­li­cher Ver­kehr wird fast im­mer nur über die Schie­ne ge­spro­chen. Da­bei fin­den drei Vier­tel der öf­fent­li­chen Fahr­ten am Land nicht mit dem Zug statt, son­dern mit dem Au­to­bus“, sagt Richard. Dass der Bus eben­falls Die­sel ver­brennt, ist für Richard kein Wi­der­spruch. „So­bald der Bus Leu­te aus dem Au­to holt, hat er auch öko­lo­gisch sei­ne Be­rech­ti­gung.“Und auf gut aus­ge­bau­ten Bahn­stre­cken wie et­wa Wi­en-Salz­burg ha­be der Fern­bus auch kei­ne Chan­ce.

Den­noch ist die Su­che nach al­ter­na­ti­ven An­trie­ben ein The­ma, dem sich auch die Bus­bran­che stel­len wird müs­sen. „Wo Reich­wei­te und Ge­schwin­dig­keit ei­ne grö­ße­re Rol­le spie­len, kann die Bat­te­rie aber nicht die Lö­sung sein“, sagt Richard. Vor­erst sei dies eher Gas, lang­fris­tig wahr­schein­lich Was­ser­stoff. Aber auch au­to­no­mes Fah­ren, wer­de bei Bus­sen de­fi­ni­tiv ein The­ma. Dass be­deu­tet aber nicht, dass sich al­le Fah­rer schon Sor­gen ma­chen müs­sen. Denn der­zeit sei es eher schwie­rig, ge­eig­ne­tes Per­so­nal zu fin­den, sagt Richard. (jaz)

[ Dr. Richard Li­ni­en Gm­bH & Co KG ]

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