Was ist los mit Ös­ter­reichs Hoch­kul­tur?

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„Wie uns der Lan­des­haupt­mann von Salz­burg in­ter­na­tio­nal bla­miert“, Leit­ar­ti­kel von Wil­helm Sin­ko­vicz, 23. 9. Nach­dem der Ver­trag des über­aus er­folg­rei­chen Staats­opern­di­rek­tors Do­mi­ni­que Mey­er nicht ver­län­gert wor­den ist, schickt man nun auch in Salz­burg Chris­ti­an Thiele­mann weg. Ist man sich der Trag­wei­te die­ser Ent­schei­dun­gen be­wusst? Wie ka­men sie zu­stan­de? Was steckt da­hin­ter? Wie er­klärt man dem kul­tu­raf­fi­nen Durch­schnitts­ös­ter­rei­cher, dass man her­vor­ra­gen­den Per­sön­lich­kei­ten die Lei­tung al­ler­ers­ter Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen ab­er­kennt und die­se durch Kul­tur­ma­na­ger er­setzt, die, wie Herr Sin­ko­vicz tref­fend ver­merkt, mit Pa­ro­len an­tre­ten, die auch je­dem Pim­perl­ver­ein ge­recht wer­den kön­nen („Oper 4,0“, „Öff­nung des Fes­ti­vals“)? Es ist zu be­fürch­ten, dass sich Ös­ter­reichs Hoch­kul­tur auf die­se Wei­se nach und nach auf ein 08/15-Ni­veau be­ge­ben wird, das man ja oh­ne­hin an an­de­ren Or­ten er­le­ben kann. Bei­spie­le da­für fin­den sich heu­te be­reits vie­ler­orts, so­wohl in po­li­ti­schen Par­tei­en als auch auf der Stra­ße. Kol­lek­ti­ve Ar­mut und ei­ne Welt, in der mit Si­cher­heit kein Platz für Kli­ma­schutz wä­re, darf nicht das Ziel un­se­rer Ge­sell­schafts­po­li­tik wer­den. Fa­na­tis­mus und un­re­flek­tier­te Mas­sen­hys­te­rie ha­ben noch nie Gu­tes be­wirkt.

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