We­Work-Grün­der Adam Ne­u­mann tritt zur

USA. Nun soll der der­zeit auf Eis ge­leg­te Bör­sen­gang neu vor­an­ge­trie­ben wer­den.

Die Presse - - BÖRSE-FINANZ - VON MADLEN STOTTMEYER

Nach dem ge­schei­ter­ten Bör­sen­gang des US-Bü­ro­ver­mie­ters We­Work hat­ten die In­ves­to­ren wohl die Na­se voll. Zu skur­ril wa­ren die Ge­schich­ten, die sich um den Fir­men­grün­der, Adam Ne­u­mann, rank­ten – zu hoch die Fir­men­be­wer­tung von 47 Mil­li­ar­den Dol­lar.

Ne­u­mann er­klär­te am Di­ens­tag nach ei­ner Ver­wal­tungs­rats­sit­zung sei­nen Ab­gang. Er gibt die Mehr­heit sei­ner Stimm­rech­te ab. Vor al­lem der größ­te In­ves­tor, das ja­pa­ni­sche Geld­in­sti­tut Soft­bank, hat­te auf ein Ab­dan­ken ge­drängt. Zwar be­hält Ne­u­mann sei­nen Platz im Ver­wal­tungs­rat als Vor­sit­zen­der, aber nicht mehr in ge­schäfts­füh­ren­der Funk­ti­on. Bis­her hat­ten sei­ne Ak­ti­en das zehn­fa­che Stimm­recht nor­ma­ler An­tei­le, künf­tig trägt ei­ne der Grün­der­ak­ti­en nur noch drei Stimm­rech­te. Da­mit ver­liert er die Stim­men­mehr­heit.

We­Work hat­te den Bör­sen­gang vor ei­ner Wo­che auf Eis ge­legt, nach­dem sich In­ves­to­ren skep­tisch ge­zeigt hat­ten. Sie stie­ßen sich nicht nur an den wach­sen­den Ver­lus­ten, son­dern auch an den Ne­ga­tiv­schlag­zei­len zu Ne­u­manns Per­son. Frag­wür­di­ge Ge­schäf­te ka­men ans Licht. Bei­spiels­wei­se ist We­Work Mie­ter in Ge­bäu­den, zu de­ren Ei­g­nern Ne­u­mann zählt.

Das vor­ge­leg­te Bör­sen­pro­spekt hät­te Ne­u­manns gro­ßen Ein­fluss ge­si­chert. Schnell zeich­ne­te sich ab, dass We­Work beim Bör­sen­gang nicht an­nä­hernd an die Be­wer­tung von 47 Mil­li­ar­den Dol­lar her­an­kom­men wür­de, die noch im Jän­ner in ei­ner au­ßer­börs­li­chen Fi­nan­zie­rungs­run­de er­zielt wur­de. In Fol­ge wur­de ein Aus­ga­be­preis er­wo­gen, der das Un­ter­neh­men mit we­ni­ger als 20 Mil­li­ar­den Dol­lar be­wer­tet hät­te. Schließ­lich platz­te der Bör­sen­gang.

An Ne­u­manns Stel­le tre­ten nun der bis­he­ri­ge Fi­nanz­chef, Ar­tie Min­son, und das Ver­wal­tungs­rats­mit­glied Se­bas­ti­an Gun­ningham. Bei­de ha­ben jah­re­lan­ge Er­fah­rung in ver­schie­de­nen Funk­tio­nen von bör­se­no­tier­ten Un­ter­neh­men, aber we­nig Hin­ter­grund in der Im­mo­bi­li­en­bran­che.

Die­se Män­ner sol­len nun Ord­nung in das Cha­os brin­gen, das den ver­pfusch­ten Bör­sen­gang von We­Work be­glei­tet hat. Den­noch wird an ei­nem Bör­sen­gang fest­ge­hal­ten. Die­ser soll so­gar noch heu­er statt­fin­den.

Der­zeit sucht das New Yor­ker Start-up nach dem „op­ti­ma­len Zeit­punkt“für ei­nen neu­en An­lauf auf den Ak­ti­en­markt.

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