Das Par­la­ment der vie­len Wün­sche

Im Wahl­kampf zäh­len Wor­te mehr als Ta­ten. Und ei­gent­lich muss man so­gar froh dar­über sein.

Die Presse - - THEMA DES TAGES - VON PHIL­IPP AICHINGER E-Mails an: phil­[email protected]­pres­se.com

D er Na­tio­nal­rat er­klär­te am Mitt­woch den Kli­ma­not­stand. Na, da wird das Kli­ma aber jetzt be­ein­druckt sein und so­fort da­mit auf­hö­ren, Eis­ber­ge und Glet­scher ab­zu­schmel­zen.

Den In­nen­mi­nis­ter for­der­te das Par­la­ment auf zu prü­fen, ob be­stimm­te tür­ki­sche Ver­ei­ne ver­bo­ten wer­den müss­ten. Und zwar, weil sie ge­gen Ge­set­ze ver­sto­ßen ha­ben könn­ten. Man soll­te aber hof­fen, dass Ver­ei­ne bei schwe­ren Rechts­brü­chen im­mer ver­bo­ten wer­den, nicht erst auf An­trag des Par­la­ments. Dass der eben­falls ge­stell­te An­trag auf Über­prü­fung der Iden­ti­tä­ren ge­schei­tert ist, be­deu­tet ja auch nicht, dass die­se Grup­pe die Ge­set­ze bre­chen darf. Über­haupt ha­ben in ei­nem Rechts­staat nicht Ab­ge­ord­ne­te, son­dern die zu­stän­di­gen Be­hör­den und Ge­rich­te zu ent­schei­den, wann ein Ver­ein auf­ge­löst wird.

Aber im Wahl­kampf zäh­len Wor­te mehr als Ta­ten. Und viel­leicht muss man die­ser Ta­ge so­gar froh sein, wenn das Par­la­ment sich mit Pla­ce­bo-An­trä­gen be­schäf­tigt. So bleibt we­ni­ger Zeit, um rea­le Wahl­ge­schen­ke zu be­schlie­ßen. Solch un­ver­ant­wort­li­che Be­schlüs­se (Stich­wort: Früh­pen­si­on) gab es im Wahl­kampf ja schon ge­nug.

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