An­ge­trie­ben von den „jun­gen Wil­den“

Nan­cy Pe­lo­si füg­te sich der Mehr­heit der De­mo­kra­ten.

Die Presse - - AUSLAND -

Nan­cy Pe­lo­si hat­te ih­ren Re­den­ent­wurf, in dem sie die de­mo­kra­ti­sche Frak­ti­on im Re­prä­sen­tan­ten­haus auf ei­nen Stra­te­gie­wech­sel in der Cau­sa Trump ein­schwö­ren woll­te, im Flug­zeug ver­ges­sen. Doch als in der Frak­ti­ons­sit­zung selbst der Bür­ger­rechts­ve­te­ran John Le­wis, der Sei­te an Sei­te mit Mar­tin Lu­ther King mar­schiert war, zur Amts­ent­he­bung des Prä­si­den­ten auf­rief, war für die rang­höchs­te De­mo­kra­tin die Sa­che ent­schie­den. „Nie­mand steht über dem Ge­setz“, sag­te sie zur Be­grün­dung der Ent­schei­dung, ers­te Schrit­te für ein Im­peach­ment-Ver­fah­ren im Kon­gress ein­zu­lei­ten.

Lang hat­te die 79-jäh­ri­ge Ge­gen­spie­le­rin des Prä­si­den­ten aus dem li­be­ra­len San Fran­cis­co ver­sucht, die „jun­gen Wil­den“un­ter den Ab­ge­ord­ne­ten im Zaum zu hal­ten, die im Zu­ge des Ab­schluss­be­richts des Son­der­er­mitt­lers Ro­bert Mu­el­ler für ein Im­peach­ment Trumps plä­dier­ten – dar­un­ter je­ne vier Par­la­men­ta­rie­rin­nen um Alex­an­dria Oca­sio-Cor­tez, die dies schon im Wahl­kampf vor ei­nem Jahr auf ih­re Fah­nen ge­schrie­ben hat­ten. Sie ge­rie­ten spä­ter ins Vi­sier des Prä­si­den­ten.

Mit Müh und Not hielt Pe­lo­si die Rei­hen zu­sam­men. Sie wuss­te um das Ri­si­ko der ul­ti­ma­ti­ven An­kla­ge Trumps, die ihm am En­de nüt­zen könn­te – wie auch Bill Cl­in­ton 1998 von der Kon­tro­ver­se pro­fi­tiert hat­te, wäh­rend die Wäh­ler die Re­pu­bli­ka­ner um Mehr­heits­füh­rer Newt Ging­rich bei den Kon­gress­wah­len be­straft hat­ten.

Doch ge­gen die Ei­gen­dy­na­mik in der Ukrai­ne-Af­fä­re kam Pe­lo­si nicht an. In­zwi­schen spre­chen sich nicht nur de­mo­kra­ti­sche Par­la­men­ta­ri­er in über­wie­gen­der Mehr­heit für ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren aus, son­dern auch die Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten – um­so mehr, als Trump mit Joe Bi­den ei­nen Ri­va­len an den Pran­ger stell­te. Für den bis­he­ri­gen Fa­vo­ri­ten Bi­den könn­te dies noch zum Ver­häng­nis wer­den. In den Um­fra­gen hat ihn Eliz­a­beth War­ren zu­letzt über­flü­gelt, mit stei­gen­der Ten­denz. (vier)

Newspapers in German

Newspapers from Austria

© PressReader. All rights reserved.